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Angelurlaub in Schweden am Åsnen in Småland 26.04. – 14.05.2003
Teil III
Fr., 09.05.
Um 6 Uhr morgen war der Himmel wieder blau, die Sonne schien – und der Wind blies! Immer wieder dieser blöde Wind! „Auf was habe ich mich da bloß eingelassen? Von wegen, wir kommen mit 50 Hechten nach Hause, wie Achim vor unserer Reise
meinte. Erst 4 Stück haben wir in den 14 Tagen gefangen! Na, das wird ja ein schöner Urlaubsbericht für meine HP.“
Gegen 8 Uhr zog ich meine Stiefel an und ging schon mal zum Anleger, um nachzuschauen, ob hohe Wellen auf dem See zu sehen
waren. Ein kühler Nordostwind blies mir entgegen. Auf dem Wasser waren nur ganz leichte Wellen zu sehen. Ob wir heute wohl
rausfahren können? Aber wozu? Es tut sich sowieso nichts. Ich habe langsam die Nase voll, von diesem Urlaub.
„Schatz, mach dir keine Sorgen. Wir werden unsere Fische noch fangen. Schon morgen kann es anders sein“, tröstete mich Achim beim Frühstück.
Erst einmal fuhren wir wieder nach Väckelsäng, weil ich mich seit Tagen nach einem schönen knackigen Brötchen mit Marmelade
sehnte. Nachdem wir vom Einkaufen zurück waren, aßen wir erst einmal mit Genuss unsere Marmeladenbrötchen. Draußen
schien immer noch die Sonne und wir entschlossen uns die Fische Fische sein zu lassen. Da es kuschelig warm war, legten wir uns
mit einer Decke auf den Rasen und sonnten uns ein paar Stunden. Dann aber trat das Angelfieber bei mir wieder auf und wir
packten das Auto und fuhren erneut Richtung Sirkön. Als wir letztes Mal zurückfuhren, hatten wir unterwegs eine andere kleine
Brücke gesehen, die ebenfalls über den Åsnen führte. Dort wollten wir es dieses Mal probieren. Etwas Abwechselung musste
einfach sein. Von der hinteren Seite der Brücke blies ein kräftiger Wind, aber unterhalb der Brückenmauer war es angenehm. Zuerst angelten wir uns wieder ein paar Köderfische, was dieses Mal recht schnell ging.
Dann montierte jeder von uns einen an seine Poserute und warf sie aus. Achim saß rechts vom Durchlauf der Brücke, ich links.
Mein Köderfisch hatte das Bedürfnis unter der Brücke her zu schwimmen, vielleicht glaubte er, so entkommen zu können. Immer
wieder holte ich ihn rein und warf erneut aus. Beim 4. oder 5. Mal ließ ich es zu, dass er sich bis unter die Brücke bewegte und
ging ihm hinterher. Ich stand am Durchbruch, als auf der anderen Brückenseite ein großer Fisch aus dem Wasser auf- und mit
einem lauten Klatscher wieder untertaucht. „Achim!“, rufe ich aufgeregt. „Ich habe gerade einen großen Fisch rauben sehen.
Vielleicht fängst du ihn ja, wenn du dort mal blinkerst. Ich passe solange auf deine Pose auf.“ Achim probiert es eine halbe Stunde
lang, bekommt den Räuber aber nicht zu packen. Das war schade, aber ich sah es als positives Zeichen an, dass die Hechte nun
doch langsam in Beißlaune kamen. Wie bald ich schon recht behalten sollte, wusste ich an diesem Tag noch nicht. Wir blieben bis ca. 21 Uhr und machten uns dann auf den Rückweg.
Sa., 10.05.
Der Abreisetermin rückte immer näher. Nur noch 4 Tage blieben uns zum Angeln. Und – was ich noch viel trauriger fand – wir
hatten erst 4 Hechte gefangen. Klar lag es nicht an unseren anglerischen Fähigkeiten, das wusste ich inzwischen auch. Aber konnte das Wetter denn nicht endlich so werden, dass die Hechte mehr Appetit bekamen?
Als ich aufstand, hörte ich wieder den Kuckuck rufen. Und auch die Vögelchen zwitscherten munter ihr Morgenlied. Ein Blick aus
dem Fenster zeigte mir, dass der Himmel blau war. Nur ein paar weiße Schäfchenwolken waren zu sehen. Um die Ecke des
Häuschens lugte auch schon die Sonne hervor. Und es war windstill!!! Eigentlich waren das gute Aussichten zum Angeln, aber so
richtige Lust hatte ich nicht mehr. Wer will auch schon jeden Abend frustriert vom Wasser zurückkommen?
Wir tranken unseren Kaffee auf der Terrasse, weil es schon angenehm warm war und überlegten dabei, ob und wenn ja, wohin
wir heute mit dem Boot fahren wollten. Wir waren gerade mitten in unseren Überlegungen vertieft, als Ulli bei uns reinschaute.
„Leute, wenn ihr heute nichts fangt, dann sucht euch ein anderes Hobby. Spielt Tennis oder Golf, aber vergesst das Angeln“,
waren seine Begrüßungsworte. Ich war etwas empört darüber, aber Achim antwortete ihm lachend: „Tennis spiele ich schon“. Ulli
daraufhin: „Ich wollte damit nur sagen, dass heute die besten Bedingungen bestehen und ich bin erstaunt, dass ihr noch nicht auf
dem See seid.“ Wie aus einem Mund antworteten wir ihm: „Wir sind ja schon fast unterwegs.“
Da wir ja ein paar Tage vorher meinen doppelten Kupferblinker und Achim Ulli kleinen Firetiger nicht wieder von den Steinen frei
bekommen hatten und sie nun auf dem Grund des Åsnen lagen, ging Achim mit Ulli zu seinem Lagerschuppen, um für uns neue
Blinker zu holen. Inzwischen packte ich schon ein paar Sachen aufs Boot, damit wir gleich rausfahren konnten.
Um 11.30 Uhr fuhren wir wieder einmal zum „Loch“ und schleppten erst
einmal hinter der Steininsel. Nach einer halben Stunde meinte Achim, dass wir es einmal ein Stückchen weiter links versuchen sollten. Kaum hatten wir
unsere Ruten ausgeworfen (es war so gegen 12.15 Uhr), als Achims Ruf ertönte: „Hol deine Rute rein. Ich habe einen dran.“ Kurz darauf landete er ein
Hecht von 50 cm und 1 kg Gewicht. „Das ist ja toll. Sie beißen wirklich!“ meinte ich zu Achim. Wir fuhren die Strecke wieder hoch ohne einen Biss zu
bekommen. Eine Dreiviertelstunde später waren wir wieder an der Stelle, wo der Hecht gebissen hatte und Achim rief mir erneut zu: „Ich habe wieder einen
. Hol deine Rute rein.“ Dieses Mal war er schon etwas größer: 62 cm mit einem Gewicht von 1,2 kg. Nach weiteren 45 Minuten hatte Achim den 3.
Hecht am Haken. Er war 67 cm groß und wog 1,4 kg. Natürlich freute ich mich sehr für Achim, aber ich wurde auch etwas skeptisch. „Warum bloß beiden die Hechte bei mir nicht an?
Achim hatte den gleichen Blinker wie ich dran. Bloß meinen wollen sie nicht. Irgendetwas kann doch da nicht stimmen“, waren
meine Überlegungen. Ich schaute noch einmal zu Achims fängige Rute rüber und mir fiel auf, dass er eine helle monofile Schnur auf
der Rolle hatte. Vielleicht lag es an der Farbe der Schnur. „Ich werde jetzt mal die andere Rute nehmen. Wahrscheinlich störte die
Hechte meine schwarze geflochtene Schnur. Auf der anderen habe ich eine Monofile. Und vielleicht beißen sie ja auch nur auf
deiner Seite“, sagte ich zu Achim. „Gut, dann schleppen wir jetzt mal so, dass du dort angeln kannst“. Ich wechselte also meine
Bootsrute gegen meine Grundrute aus auf der ich eine Cormaxx BR-Rolle hatte und die mit einer hellen, monofilen 22er Schnur
bestückt war. Nun musste es doch etwas werden! Schnell montierte ich ein 30cm-Stahlvorfach an die Schnur, hakte den silbernen Blinker ein und warf aus.
Ich hatte geglaubt, dass die Fische im 45-Minuten-Rhythmus beißen würden, aber es tat sich nichts. „Wahrscheinlich machen sie
gerade Mittagspause“, sagte Achim zu mir. „Ha, ha. Du hast gut Lachen. Du hast schließlich schon 3 Hechte gefangen“, schmollte
ich ein wenig. „Komm, Schatz. Schmoll nicht! Es ist noch früh am Tag. Du fängst deinen auch noch“, war seine Antwort.
Eigentlich sagt man Anglern ja nach, dass sie geduldige Menschen sind, aber ich war an diesem Tag doch etwas ungeduldig. Ich
wollte auch unbedingt einen Hecht fangen. Und zwar schnell. Ich holte meine Rute wieder rein und wechselte den silbernen
Blinker gegen den doppelten kupferfarbenen aus. Ob es am Kunstköder lag oder an der hellen monofilen Schnur, weiß ich nicht
zu sagen. Aber um 15.15 Uhr hatte auch ich einen Hecht am Haken. Ich drillte ihn sehr vorsichtig zum Boot und hatte nicht nur
große Angst ihn im Drill zu verlieren, auch meine Rute machte mir Sorgen. Sie bog sich fast um 180°, als ich den Fisch in der
Nähe des Bootes hatte. „Gleich bricht sie mir durch!“ sagte ich zu Achim. „Ach was. Halt sie nur ganz hoch. Nicht nachgeben!“
waren seine Anweisungen. Das war leichter gesagt als getan, denn der Räuber so unheimlich. Außerdem machte er einen
Mordsspektakel, als ich ihn an der Bootswand hatte und wollte sich nicht fassen lassen. Immer wieder musste ich ihm ein paar
Meter Schnur geben, bis er endlich ausgedrillt war und Achim „meinen“ Hecht (75 cm und 2,5 kg) packen konnte. Ich war
heilfroh, als Achim den Räuber endlich im Boot und meine Rute den Drill überstanden hatte.
Wir behielten den 45-Minuten-Fang-Rhythmus bei, denn um 16 Uhr landete Achims 4. Hecht an diesem Tag im Boot. Und – wie
sollte es auch anders sein! – er war noch etwas größer und schwerer als alle anderen, nämlich 78 cm und 2,7 kg. Eigentlich hätte
es so weitergehen können, aber da sich nach 1 ½ Stunden nichts mehr tat fuhren wir überglücklich über unsere Fänge zurück. Man soll ja auch sein Glück nicht herausfordern.
Wir hatten gerade unsere Angelsachen auf der Terrasse verstaut, als Ulli und Mona an unserem Häuschen vorbei fuhren. Beide
schauten fragend zu uns rüber. Ich hob meine rechte Hand und zeigte Mona: 5 Stück!!! Wir waren gerade dabei die Fische für ein
Sammelfoto zurecht zu legen, als beide bei uns im Garten standen. Eigentlich hatte ich vorgehabt Ulli anzuschwindeln und ihm zu
sagen, dass wir uns fürs Golfen entschieden hätten. Aber er hatte unseren Fang schon ausgemacht. Und war ebenfalls
überglücklich. „Was habe ich euch heute morgen gesagt! Wenn ihr heute nichts gefangen hättet, hätte ich euch geraten.... Na, ihr
wisst schon, was ich euch heute morgen sagte“, war sein Kommentar. Das wir diesen Fang ausgiebig begossen, war ja wohl klar.
So., 11.05.
An diesem Morgen war ich schon um 7 Uhr wach. Es herrschten die gleichen Wetterbedingen wie gestern. Also nichts wie raus aufs Wasser!
Vorher rief ich noch meine Mutter an und gratulierte ihr zum Muttertag. Ob sich meine Tochter wohl melden und mir gratulieren
würde? Nun, der Tag war ja noch nicht zu Ende, sondern gerade erst angefangen. Gestern hatte ich absolut keine Lust mehr zum
Angeln, aber heute war ich wieder mal ganz heiß darauf. Um 10.30 Uhr saßen wir im Boot und fuhren zu unserer „alten“ Stelle.
Ich hatte dieses Mal meine „Hechtrute“ von 2,85 m mitgenommen, auf der ich wieder die Zebco-Rolle montierte. Nur hatte ich
die Spule mit der Geflochtenen gegen die Ersatzspule ausgetauscht, auf der eine helle 30er Monofile war. Es war genau 12 Uhr,
als ich meine Bremse singen hörte. „Hast du einen Hänger?“ fragte Achim. „Weiß ich nicht. Werden wir gleich sehen.“ Ich nahm
die Rute und spürte sofort in der Spitze, dass es kein Hänger war. „Nein. Ich habe einen dran.“ Wie ein Profil drillte ich den Fisch
Richtung Boot. Schon im Wasser konnten wir erkennen, dass es sich um keinen kleinen handelte. Auch er machte im Wasser
einen riesigen Spektakel, bevor Achim ihm per Hand landen konnte. Fast wäre Achim dabei über Bord gegangen. Achim packte
ihn jedoch geschickt und tötete ihn sofort durch einen Kiemenstich. Erst dann konnte Achim ein paar Fotos von mir mit dem
Räuber machen. Als ich ihn in den Händen hielt, meinte ich zu Achim: „Hurra. Heute ist Muttertag und Uschi hat einen großen
Hecht gefangen!“ Ich schätzte ihn ein wenig größer ein als Achim sein „Riese“. Wie sich später herausstellte war er das auch:
Nämlich 93 cm lang! Leider wog er nicht so viel wie Achims, „nur“ 4,3 kg. Aber er war 2 cm größer als Achim sein größter. Ich war unheimlich stolz und mehr als glücklich über meinen Fang.
Nachdem die Fotos gemacht waren packten wir ihn in die gute praktische „Alditüte“ und legten ihn noch in die Kühlbox, die wir
„vorsichtshalber“ (mehr als die gestrigen Fische passten nicht hinein) mitgenommen hatten. Wir waren ca. 5 Minuten wieder am
schleppen, als der Deckel der Kühlbox hochging und der Hecht rausschaute. Mit wäre vor Schreck fast die Rute aus der Hand
gefallen. Es war ein kurioser Anblick. Schade, dass es so überraschend kam. Ich hätte davon gerne ein Foto gemacht. Weil er
weiterhin in der Kühlbox tobte, legte ich noch eine Zeitlang meine beiden Beine auf den Deckel. Man konnte ja nicht wissen!
Weil der Fang gestern so gut war, hatten wir dieses Mal die digitale Filmkamera dabei. Achim wollte gerne einen Drill filmen und
warf daher seine Rute nicht aus. Ich wechselte den Blinker gegen den weiß-roten Wobbler aus. Es dauerte auch nicht lange, bis
ich erneut einen Biss hatte. Ich hatte den Fisch schon bis kurz vors Boot gedrillt, als ich spürte, wie er losließ. Erstaunt und etwas
enttäuscht holte ich den Wobbler rein. „Wie kann denn das passieren?“ fragte ich Achim. „Du hast vergessen anzuschlagen“,
antwortete er mir. „Ja, das stimmt. Ich dachte, der hakt sich von alleine.“ „Kann gut sein. Aber nicht immer, wie du siehst.“
Wir schleppten bis ca. 16 Uhr, ohne das wir einen weiteren Fisch an den Haken bekamen. Aber das war nicht weiter schlimm.
Immerhin hatte ich an diesem Tag den größten Fisch bislang gefangen. Und das war doch schon was.
Mo., 12.05.
Der Himmel ist bedeckt, aber zwischen den Wolken schimmert schon das Blau des Himmels. Da unser mitgebrachter
Getränkevorrat völlig aufgebraucht ist, fahren wir erst einmal einkaufen. In Väckelsang gab es keine Bank, wo wir unsere Euros
gegen schwedische Kronen eintauschen konnten und so fuhren wir in die nächst größere Stadt nach Tinsgryd. Hier gab es einen
größeren Supermarkt und auch ein Touristenbüro. Wir gingen hinein und holten uns im Touristenbüro ein paar Prospekte. Unseren
beiden großen Mädchen kauften wir jeder einen kleinen Stoff-Elch und Achim kaufte sich ein schwarzes T-Shirt mit einem Elch drauf zur Erinnerung an unseren Schwedenurlaub.
Um 13 Uhr, nachdem wir noch eine Kleinigkeit für die bevorstehenden harten Drills zu uns genommen hatten, saßen wir wieder im
Boot und fuhren zu unserer gestrigen Stelle raus. Wir wollten an der gleichen Stelle schleppen, aber die Unterwasserströmung
verlief in eine ganz andere Richtung als tags zuvor. Zeitweise war es sogar unmöglich auf beiden Bootsseiten die Ruten ins Wasser
zu lassen, denn die Strömung trieb die Schnüre immer wieder schräg hinter den Bootsmotor. Also fuhren wir dieses Mal in einer
schrägen Richtung zur Steininsel hoch. Gegen 14 Uhr biss ein Hecht von 53 cm und 900 g auf meinen silbernen Uto-Blinker.
Dann tat sich mehrere Stunden absolut nichts. Es war so gegen 16.30 Uhr, als wir uns zur Rückfahrt entschlossen. Wir schleppten
an der Badebuch vorbei, als ich einen weiteren Hecht von 55 cm und ebenfalls 900 g am Haken hatte. Zwischendurch hatte ich erfolglos alle möglichen Blinker ausprobiert: barschfarbige, grün-rote, gelbe usw.
Als ich den 2 Hechte gefangen hatte, drehten wir noch einmal mit dem Boot um, um erneut an dieser Stelle zu schleppen. Achim
hatte vorher den weiß-roten Wobbler am Stahlvorfach und tauschte ihn nun auch gegen den silbernen Uto-Blinker aus. Aber er bekam trotzdem keinen Biss an diesem Tag.
Gegen 18 Uhr legten wir wieder am Steg an. Achim tat mir etwas leid, denn er hatte heute und auch gestern nichts gefangen. Aber
insgesamt hatte er doch 2 Fische mehr als ich, tröstete ich mich.
Di., 13.05.
Heute war die letzte Gelegenheit zum Angeln, denn morgen früh um 10 Uhr hieß es den Heimweg antreten. Ich war schon wieder
so früh (um 6 Uhr) wach und sah mir den trüben Himmel an. Alles war grau in grau. Das sah nicht gut aus. Und als es um 7.30
Uhr auch noch in Strömen zu regnen anfing, dachte ich: „Das war’s. Unser letzter Tag in Schweden und wir können nicht angeln.“
Doch um 8.15 Uhr hatte der Regen aufgehört und es nieselte nur noch leicht. Es war immer noch kein blauer Fleck am Himmel zu
sehen, aber es war total windstill. Kein Lüftchen regte sich. „Vielleicht klappt es ja noch. Gegen den Regen hilft richtige Kleidung.
Nur wenn es stark windig ist, dann können wir nicht rausfahren“, kreiste es in meinem Kopf.
Manchmal meinte ich beim Wetterdienst angestellt zu sein, so genau beobachtete ich die Verhältnisse. Um 9 Uhr schüttete es
wieder wie aus Eimern. Aber immerhin war es weiterhin windstill. „Hoffentlich steht Achim bald auf, damit wir rausfahren können“
, hatte ich gerade gedacht, als er noch etwas schlaftrunken zu mir kam. „Na, mein Schatz. Was sagt der Wetterbericht?“ „Ich
glaube, wenn wir uns beeilen, dann könnte es noch etwas werden“, antwortete ich ihm.
Um 10 Uhr sind wir auf dem Boot. Es hat wieder aufgehört zu regnen und ist auch noch windstill. Der ganze See liegt im Nebel.
Wir sind kaum ein paar Meter gefahren, als es erneut regnet. Aber die Wasseroberfläche ist spiegelglatt und wir kommen schnell
voran. Dieses Mal schleppen wir schon einige Meter vor der Badebucht. Aber es sollte noch 1 ½ Stunden dauern, bis auf Achims Uto-Blinker ein 66er Hecht von 1,5 kg biss.
Weil sich bei mir nichts tat und ich ja die letzten beiden Tage gut gefangen hatte, tauschte ich meinen Uto-Blinker gegen den weiß
-roten Wobbler aus. Die Rute legte ich, wie immer, auf die Bootswand und beobachtete sie genau. Es dauerte nur wenige
Minuten und die Spitze bog sich. Sofort nahm ich sie hoch und schlug an. Ich spürte schon im Drill, dass es sich um einen etwas
größeren handeln würde. Zwar nicht so groß, wie der „Muttertagshecht“, aber größer als die beiden gestrigen. Auch dieser Hecht
machte ein Spektakel, als er in die Nähe des Bootes kam. Wie alle vorherigen holte Achim ihn durch Handlandung ins Boot. Der
Bursche wollte sich erst nicht packen lassen. Als Achim ihn dann endlich im Boot hatte und betäuben wollte, machte er erneut
Theater und biss ihn durch den Handschuh in den Finger. Vor Schreck ließ Achim ihn auf den Bootsboden fallen. Dort schlug er weiter um sich und spritze uns außerdem von oben bis unten nass.
Da wir noch Fische ausnehmen, Koffer packen und die Wohnung sauber machen musste, drehten wir um 14 Uhr um und fuhren zurück zum Steg.
Mi, 14.05.
Heute hieß es Schweden und dem Åsnen Ade sagen. Eigentlich war das sehr schade, denn gerade jetzt bissen die Hechte so gut.
Insgesamt fingen wir dann ja immerhin noch 14 Hechte mit einem Gesamtgewicht von ca. 27 Kg. Als Ulli kam und wir ihm von
unseren letzten Fängen berichteten, meinte er, wir sollten doch im Herbst wiederkommen. Dann würden wir hier auch sehr gute
Bedingungen vorfinden. Versprechen konnten und wollten wir es nicht, aber wir sagten Ulli, dass wir gerne im nächsten Jahr
wieder kämen. Nur, dass könnte er sich schon merken, dann erst Ende Mai. In diesem Jahr sind wir wohl einfach zu früh da
gewesen. Die Saison war zwar schon eröffnet, aber die Wetterbedingungen spielten noch nicht so richtig mit.
Alles in allem war es aber ein sehr schöner Urlaub gewesen, wenn ich auch anfangs etwas nöckelig, wütend und manchmal auch
frustriert war, weil wir nicht jeden Tag unsere 5 oder 6 Hechte gefangen hatten, wie ich vor Beginn der Reise glaubte. Aber Tage,
an denen absolut nichts läuft, kennen wir ja auch von anderen Gewässern. Außerdem dauert es immer seine Zeit, bis man ein
neues Gewässer kennengelernt hat. Und so war es auch am Åsnen. Wenn wir wieder einmal dort hinkommen, dann wissen wir jedenfalls schon mehr Bescheid. Und wir werden wiederkommen!!! Da sind wir uns sicher.
Wer auch einmal am Åsnen einen Angelurlaub verbringen möchte, ist bei Ulli und Mona auf jeden Fall gut aufgehoben und in den besten Händen. Hier ihre Homepage:
Oerlinghausen, den 28.05.2003
MUTTERTAG
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In der Angelzeitschrift “DER RAUBFISCH†die alle 2 Monate erscheint gibt es die Rubrik “
Schreiben und gewinnenâ€. Dort gibt es die Möglichkeit sein besonderes Erlebnis beim Raubfisch-Angeln niederzuschreiben. Die besten Geschichten werden dann
veröffentlicht. Ich schrieb die Geschichte von meinem Muttertagshecht und schickte sie mit Fotos Anfang Juni zur Redaktion.Der Bericht wurde nun in der Ausgabe Nr.5
September/Oktober 2003 veröffentlicht.
Aber lesen sie selbst:
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Oerlinghausen, den 08.09.2003
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