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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelerlebnisse 2008

Teil 3

Endlich wieder einmal angeln!

Uschis Angelplatz am Korteteich

„Natürlich interessiere ich mich für Fußball, das weißt du doch. Aber ich möchte auch wieder einmal Angeln gehen. Jeden Tag nur Fußball sehen ist zu aufregend. Da ist es am Wasser doch bedeutend ruhiger und entspannender“, sagte ich zu Achim, als tags zuvor Deutschland gegen Kroatien 1:2 verlor.
„Können wir ja auch. Aber dann tagsüber. Abends möchte ich die anderen Spiele sehen“ bekam ich zur Antwort.
Grrrr! Na gut. Wenigstens war Achim damit einverstanden tagsüber angeln zu gehen, obwohl die Beißzeiten für Raubfische in den frühen Morgenstunden (wo er gerne mal länger schlief) oder in den späten Abendstunden lagen (wo ich nicht so gerne angelte).
Nachdem es fast 14 Tage lang sonnig, trocken und auch heiß gewesen war, hatte sich das Wetter in der letzten Juniwoche wieder geändert. Die „Schafskälte“ war da.
Mist! Bei kaltem Wetter hatte ich auch keine Lust zum Angeln.
Na gut, dann hieß es eben abwarten bis mir die Verhältnisse einigermaßen lagen. Fast hätte ich vergessen, dass am Sonntag, dem 22. Juni das Königsangeln vom ASV Dalbke anstand.
Gott sei Dank war das Wetter an diesem Morgen dann auch nicht mehr so unbeständig. Obwohl ich mir die größte Mühe gab, fing ich jedoch nicht einen einzigen Fisch.

Uschi beim Königsangeln am Sennesee

Heike freute sich über die beiden Pokale

Mein „kleiner“ Nachbar, ein Jungangler, der einigermaßen gut fing, gab mir zwar einen Tipp (du musst mit Futterkorb angeln und den Köder nicht ganz auf den Grund ablegen), den ich auch befolgte, aber es tat sich trotzdem nichts.
Umso glücklicher war ich, als meine Tochter an diesem Tag den Pokal überreicht bekam, da sie die meisten Fänge vorzuweisen hatte. Das schmeckte den Jungs zwar nicht so recht, aber ich war zufrieden und freute mich mit ihr.
An diesem sonnigen, warmen Sommertag konnten wir die unterschiedlichsten Libellen bei der Jagd oder der Paarung beobachten. Der Sennesee bietet inzwischen vielen Libellenarten einen idealen Lebensraum. Achim nutzte die Beißpausen der Fische um ein paar Fotos von diesen Flugküstlern zu machen.

Großer Blaupfeil · Orthetrum cancellatum - Weibchen

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Frühe Adonislibelle · Pyrrhosoma nymphula

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Große Pechlibelle · Ischnura elegans

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Immer noch lief die EM und wir setzten unsere Hoffnungen auf die deutsche Fußballmannschaft. Inzwischen hatten sie es sogar bis zum Endspiel erreicht, welches am Sonntag, dem 29. Juni um 20.45 Uhr stattfand.
Als ich beim Königsangeln erfuhr, dass wir (Achim und ich und noch 4 weitere Angelkollegen vom ASV Dalbke) am nächsten Wochenende zum Angeln bei zwei ehemaligen Mitgliedern (Marcus und Andreas), die nun dem “Früh auf” Delbrück-West e.V.  angehörten, eingeladen waren, war ich hellauf begeistert. Doch dann hörte ich, dass wir erst um 18 Uhr am Korteteich sein sollten.
„Verdammt“, ging es mir durch den Kopf, „warum denn erst gegen Abend? Ich angel viel lieber tagsüber. Und außerdem bedeutet das ja, dass wir dort übernachten werden.“
Als ich einen Tag vorher noch erfuhr, dass es an dem Gewässer nur einen Unterstand gab, sank meine Stimmung noch etwas tiefer, denn das bedeutete, dass wir im Zelt übernachten müssten. Angeln ja, jederzeit, aber zelten? Nee, das ist nicht so mein Ding. Ich war innerlich zerrissen. Einerseits wollte ich angeln, andererseits hatte ich keinen Bock im Zelt zu übernachten.
Daher sagte ich zu Achim: „Schatz, du kannst gerne mit Thomas und den anderen zum Angeln fahren. Ich bliebe lieber zu Hause. Du weißt ja, dass mir mein Rücken und mein rechtes Bein schon seit 2 Wochen weh tun. Und es könnte passieren, dass die Schmerzen wieder schlimmer werden, wenn ich auf einer Liege schlafe.“
„Komm, stell dich nicht so an. Wenn du deine Tabletten nimmst, wird es schon gehen. Dir geht es doch auch schon besser, hast du jedenfalls heute morgen noch gesagt.“
Was sollte ich darauf erwidern? Mir fiel keine weitere Ausrede ein.
Samstagmittag fuhren wir zum Südstadtteich um uns ein paar Köderfische zu besorgen. Der Himmel war bedeckt, es wehte ein kräftiger Wind und während wir den Fischen nachstellten fing es auch noch zu regnen an.
Als wir genug gefangen hatten machten wir uns schleunigst auf den Heimweg, um nicht durchnässt zu werden. Bis zum Abend schaute ich immer wieder aus dem Fenster. Vom vorhergesagten sonnigen Nachmittag war weit und breit nichts zu sehen.
Bei Regen, das hatte ich mir geschworen, würde ich jedenfalls nicht mitfahren! Aber Petrus hatte ein Einsehen. Als wir gegen 17.15 Uhr ins Auto stiegen schien sogar die Sonne!
Die Fahrt dauerte eine knappe halbe Stunde, dann waren wir am Ziel.

Korteteich Schild

Korteteich

Korteteich

Wir waren die letzten. Alle anderen hatten sich schon ihre Plätze ausgesucht. Aber es gab genügend andere schöne Plätze rund um den Teich. Und man musste auch seine Angelsachen nicht meterweit schleppen. Rund um den Teich war es möglich die Angelstelle mit dem Auto anzufahren.
Wir entschieden uns für eine, die gleich in der Nähe der Einfahrt lag.

Unser Angelplatz mit Zelt am Korteteich

Als wir Andreas fragten, auf welche Fischart hier geangelt würde, antwortete er: „Alle. Hier sind Karpfen, Schleien, Hechte, Zander, Welse und auch noch ein paar Forellen drin vom letzten Vereinsangeln.“
Als ich das hörte wusste ich nicht für welche Köder ich mich entscheiden sollte. Während Achim sich noch damit abplagte unser Zelt und die Liegen aufzubauen, montierte ich schon einmal meine Ruten zusammen. Ich entschied mich für zwei Feederruten und zwar einmal für die 3,90 m lange und für die kürzere mit Schwingspitze. Auf einen Haken steckte ich ein Bündel Rotwürmer, auf den anderen ein paar Maden.

Für die Nacht war alles vorbereitet

Mal sehen was der Abend noch so bringt....

Als die Köder im Wasser lagen ging ich mit Achim zum Grillplatz, wo leckere Bratwürstchen auf dem Rost lagen und darauf warteten verspeist zu werden.

Einfach lecker....

Einfach lecker....

Aber viel Ruhe hatte ich nicht. Ich aß mein Würstchen und ging dann sofort wieder zu meinem Angelplatz um nachzuschauen, ob sich etwas getan hatte. Doch die Ruten hingen noch genauso da, wie ich sie verlassen hatte. Rene erzählte uns, dass er seit gestern 5 Karpfen von 12 bis 29 Pfund gefangen hatte. Auch Marcus konnte einen Schuppi von 12 Pfund keschern. Natürlich hatten sie schon tagelang an ihrer Angelstelle vorgefüttert. Aber Karpfen wollte ich sowieso nicht fangen.
Ich ging zurück an meinen Angelplatz und schaute erwartungsvoll auf meine Ruten. Dann kam auch Achim.

Es könnte ja langsam mal was beißen...

Achims Angelplatz

Wir saßen keine Stunde auf unseren Stühlen als der Himmel hinter uns dunkel wurde. „Achim, ich glaube es gibt gleich Regen.“
„Hm. Meist du wir sollten das Überzelt auspacken?“
„Ja. Ich habe keinen Bock nasse Füße zu bekommen“, antwortete ich.
Wir probierten zusammen das Überzelt zu montieren, aber irgendwie klappte es nicht so richtig. Warum und wieso weiß ich nicht, aber an einer Stelle war die Montage verdreht. Achim kam schon richtig ins Schwitzen, weil wir das Überzelt nicht über das Zelt bekamen. Dann kam uns Andreas zur Hilfe. Wir waren gerade fertig, als es auch schon zu Gießen anfing.
Nach einer Viertelstunde war der Spuk vorbei und die ersten Sterne blinkten am Himmel.
Ich blieb bis kurz vor Mitternacht auf meinem Platz sitzen, in der Hoffnung, dass endlich einmal ein Fisch anbiß. Ab und zu bimmelte das Glöckchen an der rechten Rute und mein Herz schlug ein paar Tackte schneller. Sollte sich endlich einer für den Madenköder interessieren ? Doch als ich den Köder kontrollierte hingen die Maden unversehrt am Haken. Kurz darauf flog eine Fledermaus an meinem Kopf vorbei. Sie war es, die das Glöckchen zum Klingeln gebracht hatte. Schade…
Enttäuscht legte ich mich auf die Liege zum Schlafen, während Achim zu den anderen Angelkollegen ging um ein Pläuschchen zu halten.

Bis spät in die Nacht saßen die Herren noch zusammen

Kaum war ich eingeschlafen wurde ich durch einen Piepton geweckt. Ich lauschte einen Moment, aber es blieb still. Ich drehte mich wieder um und schlief auch sofort wieder ein. In der Nacht wurde ich mehrmals durch einen Piepton geweckt. Ich wäre aufgestanden, wenn ich einen Dauerton gehört hätte. Aber für ein einmaliges Piepen nicht.
Gegen 6 Uhr wachte ich auf. Sofort ging ich zu meinen Ruten um nachzuschauen, ob sich in der Nacht etwas Spektakuläres ereignet hatte. Danach sah es jedoch nicht aus. Ich holte zuerst die lange Rute wieder rein und, siehe da, ein kleiner Barsch hing am Haken. Das war also der Störenfried in der Nacht gewesen!
Die Maden am Haken der anderen Rute waren noch dran. Dafür hatte sich kein Fisch interessiert. Während ich die Haken neu beköderte kam Andreas zu mir und erzählte, dass Thorsten einen kleinen Aal und Thomas einen Hecht von 65 cm gefangen hätte.

Thomas mit seinem 65er Hecht

Der Hecht biß so gegen 8.00 Uhr

Alle anderen wären leer ausgegangen.
Genauso wie wir. Na ja, bis auf den kleinen Barsch, der zählte aber nicht.

Morgenstimmung am Korteteich

Unser Zelt mit Überwurf

Am Korteteich ist es möglich jede Angelstelle mit dem Auto anzufahren.

Andreas bei der Montage seiner Rute

Dirks Angelplatz

Von dem Teich war ich nach wie vor begeistert, aber vom Angeln selbst natürlich nicht. Doch was soll man von einem fremden Gewässer erwarten? Um erfolgreich zu sein müsste man sich schon besser auskennen, oder wir haben einfach nur einen schlechten Tag erwischt. Vielleicht ergibt sich ja wieder einmal eine Gegenheit dort zu angeln. Dann, bitte schön, aber nicht erst gegen Abend!

Oerlinghausen, den 04.07.2008

 

Ein aufregendes Wochenende am Hücker Moor in Spenge
11. bis 13. Juli 2008

Die Hütte des ASV Herford am Hücker Moor

Warum ich es so empfinde, kann ich gar nicht einmal sagen, aber das Angeln am Hücker Moor finde ich immer wieder aufregend. Vielleicht, weil die Angelstellen dicht beieinander liegen. Vielleicht, weil wir unsere Angelsachen vom Parkplatz zur Hütte nicht schleppen müssen, denn das erledigen wir mit einem Boot. Vielleicht, weil ich nicht im Zelt schlafen muss, sondern in der Hütte schlafen kann. Usw. usw.
Beim letzten mal waren nur wenige Jugendliche (es handelt sich ja hauptsächlich um ein Jugendangeln) dabei gewesen. Dieses Mal waren fünf Kids dabei. 
Wie schon in den beiden Jahren zuvor hatten wir schon Mittags Feierabend gemacht und sind direkt zum Hücker Moor gefahren. Die Angelsachen und das Zubehör wie Stühle, Zelt, Liegen etc. hatten wir am Donnerstag ins Auto gepackt. .
Das Wetter war nicht so berauschend. Bis zum vorherigen Sonntag war es angenehm warm und trocken gewesen (außer einigen kleineren Regengüssen). Am Montag kam ein Tiefausläufer, der heftigen Wind aus Süd-West (teilweise waren es sogar Sturmböen), Regen, Hagel und auch kühlere Temperaturen mitbrachte. Als wir gegen 13.30 Uhr in Bielefeld losfuhren gab es gerade wieder einmal einen heftigen Regenschauer. Betrübt sah ich immer wieder zum Himmel, denn angeln im Regen war überhaupt nicht mein Ding.
Aber je mehr wir uns Spenge näherten, desto sonniger wurde es. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir aus unserem Auto. Wir brachten unser Gepäck zum Steg, wo schon ein Angelkollege mit dem Boot wartete. Er brachte zuerst noch das Gepäck von einem Jugendlichen und dann unseres rüber zur Insel.

Eine Seefahrt die ist lustig....

Die Halbinsel im Hücker Moor

Thomas und Jannik beim Entladen des Bootes

Anlegemanöver mit vollgepacktem Boot

Thomas, Achim und ich hatten unsere Angelplätze mit Blick auf die Gaststätte „Moorstübchen“. Leider hatte ich nicht mehr daran gedacht, dass ich schon im letzten Jahr meinen Angelplatz mit tausenden von roten Waldameisen teilen musste.
Während Achim noch dabei war sein Zelt für die Nacht aufzubauen warf ich schon die erste Rute aus. Bis zum frühen Abend angelte ich mit Wurm und Maden. Ich hätte gerne einen Aal gefangen, aber außer Rotfedern, Brassen und ein paar kleineren Barschen ging mir kein kapitaler Fisch an den Haken.

Uschi beim Angeln

Uschi beim Angeln

Blick auf das Moorstübchen

Achims Angelplatz

Blick auf das Moorstübchen

Uschi will doch hier wohl nicht angeln?

Achims Angelplatz

Auf dem Hücker Moor paddeln bei schönem Wetter sehr viele Gäste mit Booten herum. Mehrmal mussten wir sie auf die im Wasser liegenden Angelschnüre aufmerksam machen. Viele Wasservögel sind dort anzutreffen. Neben Enten, Gänsen und Schwänen tummeln sich auch Haubentaucher auf und unter Wasser.
Unser Angelkollege Günther war zusammen mit seinem Sohn Niklas mit dem Boot rausgefahren um ein paar Fotos von uns bzw. unseren Angelstellen zu machen, als gerade ein Malheur passierte: Ein Haubentaucher war mit seinem Fuß an den Haken eines Köders gelangt und versuchte sich nun davon zu befreien, was ihm jedoch nicht gelang. Auch gelang es nicht den Wasservogel ans Ufer zu drillen. Geistesgegenwärtig fuhr Günther mit dem Boot zu dem Tier hin und befreite es von dem Angelhaken.

Ein Haubentaucher am Haken

Auch dieses Mal hatte Thomas für unser leibliches Wohl gesorgt. Gegen 19.30 Uhr machte er den Grill an, so dass wir eine halbe Stunde später gemeinsam unser Abendessen einnehmen konnten.

Achim und Thomas beim Grillen

Thomas der Grillmeister

lecker Grillfleisch

Beim Abendessen

Beim Abendessen

Als ich später wieder an meinem Angelplatz saß wechselte ich den Madenköder gegen ein Stück Fischfetzen aus. Vielleicht, so hoffte ich, würde sich ja ein Zander für den Köder interessieren. Während ich gespannt die Schwinge beobachtete spürte ich plötzlich ein Kribbeln an meinem Bein und wenig später an mehreren Stellen ein furchtbares Brennen. Sofort war mir klar was passiert war: Die Ameisen hatten mich attackiert! Kurz danach war die Stelle feuerrot und es bildeten sich Pusteln. Sofort ging ich in die Hütte und zog mir eine lange Hose und Socken an um mich zu schützen. Danach nahm ich meinen Angelstuhl und stellte ihn auf Achims Platz. Hier war ich vor den Angriffen der Ameisen einigermaßen sicher. Aber so richtig konnte ich mich nicht mehr aufs Angeln konzentrieren.
Gegen Mitternacht legte ich mich in der Angelhütte auf meine Liege. Außer ein paar weiteren Brassen hatte ich nichts gefangen.
Achim und die Anderen saßen noch weit bis nach Mitternacht zusammen. So gegen 2.30 Uhr war dann auch der letzte Angelfreak in seinem Zelt verschwunden.

In gemütlicher Runde  schmeckt auch das Bierchen

In gemütlicher Runde schmeckt auch das Bierchen

Als ich an anderen Morgen gegen 6.30 Uhr aufstand lagen alle anderen noch im Tiefschlaf. Ich kochte zuerst eine Kanne Kaffee, goß mir anschließend eine Tasse ein und ging an meinen Angelplatz. Ich schaute zuerst nach der Schwingspitzrute. Der Fischfetzen hing noch genauso daran wie ich ihn draufgemacht hatte. Gerade wollte ich die andere Rute reinholen, als ich das Piepsen eines elektronischen Bissanzeigers hörte. Meiner konnte es nicht sein, soviel stand fest. Ich schaute nach links, wo Thomas und Achim ihre Ruten hatten. Doch auch ihre Bissanzeiger blinkten nicht. Also machte ich mich mit dem Fotoapparat in der Hand auf den Weg zum Steg, wo die Ruten der Jungangler im Wasser lagen. Einer der Kids war inzwischen durch das Geräusch wach geworden und rief nach Robert, der seelenruhig in seinem Zelt schlief. Erst nach mehrmaligem Rufen kam er endlich zur Angelstelle. Schlaftrunken nahm er seine Rute hoch, schlug etwas halbherzig an und drillte den Fisch zum Ufer. Als er erkannte, dass es sich um einen Hecht handelte, war er sofort hellwach. Inzwischen waren auch die anderen beiden Jungangler am Steg und beglückwünschten ihn zu seinem tollen Fang.

Der Hecht ist gekeschert

Der Hecht ist gekeschert

Robert ist stolz auf seinen gefangenen Hecht

Ein prächtiger Moorhecht

Ja, der Hecht der hat Zähne.....

Eine halbe Stunde später, es war inzwischen schon 8.30 Uhr, kam einer der Kids zu mir gelaufen: „Thorsten hat auch einen Hecht. Der hat aber nicht auf den Köder gebissen. Der hat auf seine Pose gebissen. Die ist nun kaputt.“
Ich schnappte mir erneut den Fotoapparat und ging zu Thorsten, der den Hecht gerade kescherte. „Das gibt’s nicht. Der hat nicht gehakt, der hat auf meine blau-weiße Pose gebissen! Dabei ist die zerbrochen und in seinem Maul hängen geblieben“, meine er verwundert.

Diese Hecht biss auf Thorstens Pose

Beim Frühstück waren die beiden Hechtfänge Thema Nummer Eins! Alle anderen hatten ja auch nichts zu berichten, nur Thomas hatte einen kleinen Aal von ca. 45 cm gefangen.
Da Robert seinen Hecht behalten und mitnehmen wollte mußte er ihn nun ausnehmen. Als Torsten hörte, dass Robert den Fisch filetiert haben wollte, nahm er ihm die Arbeit ab. Anschließend kam das Filet in den Gefrierschrank.

Der Hecht wird ausgenommen

Thorsten zeigte den Kids wie ein Hecht fachmännisch filetiert wird

Bis 10 Uhr bissen einige Weißfische auf Maden und Würmer, dann tat sich ein paar Stunden lang absolut nichts mehr.
Achim schaute sich etwas gelangweilt um und entdeckte auf einem Köderfischeimer eine Raupe mit 4 auffälligen gelben Büscheln auf dem Rücken. Wie er später erfuhr, handelte sich um die Raupe eines Schlehen-Bürstenspinners (lat.: Orgyia antiqua).

Die Raupe eines Schlehen-Bürstenspinners - Orgyia antiqua)

Unsere Jungangler in Aktion

Gegen 16.30 Uhr kamen Heike und ihr Lebensgefährte Grischa zu uns auf die Halbinsel. Natürlich war ihr kleiner Hund, der auf den Namen Asterix hört, mit dabei. Heike hatte dieses Mal keine Lust gehabt drei Tage mit uns am Wasser zu verbringen, aber für ein paar Stunden wollte sie doch dabei sein.

Was ist das denn für ein Vogel...?

Was ist das denn für ein Vogel...?

Der Schwan war scharf auf Uschis Köderfische

Asterix stillte seinen Durst mit Moorwasser

Asterix bei der Arbeit

Sie blieben bis nach dem Abendessen, dann fuhren sie wieder nach Hause. Ihr Hund Asterix war vom Toben mit den vielen Leuten total geschafft.

Unter freiem Himmel schmeckt es nochmal so gut.

Unter freiem Himmel schmeckt es nochmal so gut.

Nach dem Abendessen fuhren zwei der Kids mit dem Boot auf den Teich hinaus um den Angelköder auszubringen. Jannik hatte einen Boilie am Haken befestigt und legte diesen ca. 100 m vom Angelplatz entfernt auf Grund.

Mit dem Ruderboot wurden die Köder rausgebracht

Mit dem Ruderboot wurden die Köder rausgebracht

Mit dem Ruderboot wurden die Köder rausgebracht

Mit dem Ruderboot wurden die Köder rausgebracht

Gegen 23 Uhr ging ich in die Angelhütte und legte mich auf meine Liege. Vorher bat ich Achim auf meine Ruten aufzupassen und mich zu wecken, falls sich etwas Aufregendes tun sollte.
Es war gegen 3 Uhr in der Früh, als ich vom Dauerton eines elektronischen Bissanzeigers geweckt wurde. Er tönte fast eine ganze Minute, dann war es wieder still. Ich hatte mich gerade auf die andere Seite gedreht, als er erneut losging. Nun waren auch die Kids aufgewacht. Sie redeten alle durcheinander und aufgeregt.
Noch halb schlafend dachte ich: „Die machen ja einen Radau, als wenn sie einen 2-Meter-Wels gefangen hätten. Aber wenn sie wirklich einen großen Fisch dran haben, wird Achim gleich in die Hütte kommen um den Fotoapparat zu holen. Dann stehe ich auf und gehe zu ihnen.“
Gleich darauf schlief ich schon wieder ein. Einmal meinte ich im Halbschlaf gehört zu haben, dass jemand in die Hütte kam. Aber ich war so müde, dass ich nicht die Augen aufmachte um nachzuschauen wer es war bzw. ob es Achim war, der vielleicht die Kamera holte.
Am anderen Morgen wachte ich gegen 6.30 Uhr auf. Kurz darauf kam Thomas in die Hütte.
Sofort fragte ich ihn, was in der Nacht los gewesen sei: „Guten Morgen Thomas. Weißt du, was heute Nacht los war? Das war ja vielleicht ein Lärm. Haben die Kids etwa einen Waller gefangen?“
„Ich weiß von Nichts. Ich habe auch nichts gehört“, bekam ich zur Antwort.
Etwas verwundert goß ich mir eine Tasse Kaffee ein, nahm sie und ging damit an meinen Angelplatz. Sollte ich das alles geträumt haben?
„Uschi, Jannik hat heute Nacht einen Riesenkarpfen gefangen. Und dabei seinen Kescher zerbrochen“, hörte ich es hinter mir sagen.
Ich drehte mich um und fragte: „Habt ihr deshalb so einen Lärm gemacht? War Achim auch dabei?“
„Klar. Der hat uns geholfen und auch Fotos gemacht.“
Also hatte ich das Spektakel doch nicht geträumt! Ich beköderte meine Feederrute mit einem neuen Wurmbündel und warf aus. Kaum hatte der Köder den Grund bimmelte das Glöckchen und es ging etwas Schnur von der Rolle. Hoffentlich ist es ein Aal, der sich den Köder geschnappt hat, dachte ich. Doch es war nur eine etwas größere Rotfeder.

Uschi mit einer Rotfeder

Sobald ich ein neues Wurmbündel ausgeworfen hatte, biss entweder eine Brasse oder eine Rotfeder darauf.
Als Achim aufgestanden war erzählte er mir was in der Nacht passiert war. Ein Schuppenkarpfen von 10 kg hatte sich den Boilie geschnappt. Bis Jannik bei seiner Rute war hatte der Karpfen weitere 50 m von der Rolle gezogen. Zuerst wusste Jannik nicht genau ob überhaupt ein Fisch am Haken war, denn bis kurz vor dem Steg verhielt sich der Karpfen relativ ruhig. Erst als er den Kescher bemerkte machte er einen riesen Radau. Statt den Kescher über den Steg zu ziehen hob ein Jungangler ihn hoch, wobei der Stiel durchbrach. Noch im Kescher schlug der Karpfen wie wild um sich. Nachdem Jannik ihn für ein Foto hochgehalten hatte wurde er vorsichtig in sein nasses Element zurück gesetzt.

Ein kapitaler Schuppenkarpfen von 20 Pfund

Nach dieser Aufregung in der Nacht schliefen die Kids etwas länger als sonst. Es dauerte auch einige Zeit bis alle noch recht müde zum Frühstück erschienen. Obwohl nicht jeder einen kapitalen Fisch gefangen hatte waren doch alle zufrieden gewesen und freuten sich schon auf das Angeln an der Orbke, dass in 4 Wochen stattfindet.

Auf dem Steg hatten es sich die Kids gemütlich gemacht

Gegen 10 Uhr packten wir unsere Sachen zusammen und stellten sie schon einmal an den Bootssteg. Dann halfen wir den anderen ihren Angelsachen zum Auto zu bringen. Anschließend machten wir gemeinsam die Vereinshütte sauber.

Das Vereinshaus des ASV Herford am Hücker Moor

Großes Saubermachen in der Hütte

Es war so gegen 13.00 Uhr als Achim und ich uns auf den Heimweg machten.

Weitere Fotos von diesem Jugendangeln am Hücker Moor gibt es auf der Webseite des ASV Dalbke e.V.

Oerlinghausen, den 17.07.2008

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