Angelerlebnisse 2007

Teil 4

Angeln im Altwasser der Donau bei Windorf vom 18.8. – 25.08.2007

Altwasser der Donau bei Windorf

Das Klingeln des Weckers um 3 Uhr in der Früh weckte mich aus einem angenehmen Traum. Es dauerte einen Moment bis ich begriff, dass die Fahrt nach Windorf bevor stand. Um meine müden Geister zu wecken sprang ich erst einmal unter die Dusche, während Achim sich noch einmal für ein paar Minuten auf die andere Seite drehte.
Ich hatte schon meine 2. Tasse Kaffee getrunken, doch von Achim war immer noch nichts zu sehen. Ich ging ins Schlafzimmer und da sah ich, dass er immer noch im Bett lag.
„Schatz, steh auf. Wir wollen doch früh genug in Windorf ankommen, um noch unsere Angelkarten zu holen.“
Müde blinzelte er mich an: „Ja. Ich bin schon da.“
Während Achim im Bad war packte ich alles in die Kühlbox, was wir mitnehmen und frisch halten wollten.
Als die restlichen Sachen eingepackt waren rauchten wir noch in aller Gemütlichkeit eine Zigarette und dann verließen wir die Wohnung. Um 4.15 Uhr war alles im Auto und die Fahrt konnte losgehen. Unser Navigationsgerät war noch nicht soweit, aber das machte nichts, denn wir kannten auch so die Strecke, die wir fahren mussten. Zuerst ging es auf die A 33 und bei Wünnenberg-Haaren wechselten wir auf die A 44, der wir bis zum Kasseler Kreuz folgten, wo wir auf die A 7 fuhren, die nach Nürnberg führte. Um diese Tageszeit war die Autobahn relativ leer und wir kamen schnell voran. Als wir am Biebelrieder Kreuz ankamen, wo wir auf die A 3 mussten, wurde es langsam hell. Bei der Abfahrt „Neumarkt i.d.O.“ erinnerte ich mich an unseren Besuch im schönen Angelladen, als wir unseren Urlaub in Dietfurt verbrachten. Hier gab es alles, was ein Anglerherz höher schlagen lässt. „Schatz, hättest du nicht auch mal wieder Lust Urlaub in Dietfurt zu machen?“ fragte ich. „Ja schon, aber ich möchte auch gerne andere Gegenden kennen lernen“ kam als Antwort.
Weiter ging es an Regensburg vorbei, wo wir das erste Mal die Donau überquerten. Hier war sie noch nicht so breit wie weiter unten.
„Wenn wir jetzt abfahren würden, kämen wir nach Regenstauf bzw. Ramspau. Dort hat es mir auch gut gefallen, nur das Besorgen der Angelkarten war zu umständlich. Und teuer waren sie auch“, bemerkte ich. Vor und hinter Deggendorf überquerten wir abermals die Donau. Es war kurz nach 10 Uhr, als wir in Aicha v.W. von der Autobahn ab und nach Vilshofen rein fuhren.
Vilshofen, auch die kleine Dreiflüssestadt genannt, liegt am Rande des südlichen Bayerischen Waldes, dort wo Vils und Wolfach in die Donau münden. Die Altstadt erhebt sich auf einer spitzen Landzunge zwischen Donau und Vils und sieht vom gegenüberliegenden Ufer wie eine auf dem Fluss schwimmende Insel aus. Über der Stadt thront der imposante doppeltürmige Klosterbau der Benediktinerabtei Schweiklberg. Vilshofen ist die größte Stadt im Passauer Land und liegt in unmittelbarer Nähe zum Rottaler Bäderdreieck und zur größten Golfregion Europas. Nach Passau sind es 20 km und nach Regensburg knapp 100 km.
Zuerst wollten wir uns die Erlaubnisscheine besorgen. Doch unser Navigationsgerät führte uns in eine Sackgasse. Wir parkten unseren Wagen und fragten in einem nahen Bekleidungsgeschäft nach der Fischerzeile 6, wo der Fischer Max Wagner wohnt. Wir waren nur wenige Schritte entfernt. Statt der vorher angekündigten 44 € zahlten wir pro Person nur 40 €. Als wir unsere Erlaubnisscheine für die Donau und die beiden Altwässer in Windorf (siehe Infoblatt) hatten, gingen wir über die Vils und kamen zum Angelladen Knauer. Eigentlich war es mehr ein Tierladen, in dem nebenbei auch ein paar Angelsachen verkauft wurden. Als wir nach einem halben Liter Maden fragten wurden wir groß angeschaut. „Maden gibt es nur in Dosen. Und ich habe auch nur noch zwei davon. Montag bekomme ich neue“, sagte der Verkäufer. Ach ja, ich hatte ganz vergessen, dass wir in Bayern waren. Dort werden die Maden abgezählt verkauft! Zum ersten Mal ärgerte ich mich, dass wir nicht doch welche von zuhause mitgenommen hatten. Von Zuhause und auch von unseren Aufenthalten am Neckar war ich es gewohnt, dass die Maden literweise verkauft wurden. Aber bei unseren Urlauben in Dietfurt und Ramspau hatten wir auch nur diese kleinen Dosen bekommen. Wir waren eben im Freistatt Bayern, wo alles anders ist.
Unser nächster Weg führte uns zu einem Getränkecenter, wo wir einen Kasten Hefebier kauften. Im letzten Jahr bin ich mit dem Sammeln von Weißbiergläsern angefangen und so fiel mein Blick sofort auf einen Kasten Hefebier, auf dem ein Glas lag. „Komm lass uns dieses nehmen. Da gibt es ein Glas umsonst dabei“, bettelte ich. Achim hatte einen Verkäufer angesprochen und nach einem Hefebier gefragt, welches aus der Gegend stammte. Im Urlaub trinken wir fast immer das einheimische Bier. Und so entschied Achim sich für das Wolferstetter Hefebier. Als er meinen schmollenden Gesichtsausdruck sah gab er nach und sagte, dass wir ja auch noch ein 6er Pack vom „Passauer Weiße“ mitnehmen könnten. Sofort hellte sich meine Stimmung auf. Da unser Wagen voll gepackt war, konnten wir den Kasten Bier nur vorne beim Beifahrersitz unterbringen. Die Knie angezogen und die Füße auf dem Bierkasten fuhren wir weiter zum Aldi Süd, wo wir uns mit einigen Lebensmitteln eindeckten. Als ich sah, dass es dort Thermosflaschen gab, nahm ich kurzerhand eine und stellte sie in den Einkaufswagen. Achim schaute mich verwundert an: „Was willst du denn damit? Du hast doch schon eine.“ „Ja, aber diese hier ist besser. Da braucht man nicht den Deckel aufzuschrauben, wenn man sich etwas einschenken will. Es genügt auf den Knopf zu drücken und der Kaffee bleibt länger warm.“
„Von mir aus pack sie ein. Aber dann reicht es. Lass uns sehen, dass wir endlich zu unserer Ferienwohnung kommen. Ich könnte auch eine Dusche vertragen.“
Gegen 12.30 Uhr kamen wir in Windorf an. Als Frau Baer unser Auto sah, kam sie auf uns zu und begrüßte uns herzlich. Dann kamen auch ihr Ehemann und die Eltern. Auch sie begrüßten uns herzlich und nannten uns ihren Vornamen. Den 5jährigen Sohn interessierte das alles nicht. Er raste weiter mit seinem Fahrrad über den Hof.

Hof der Familie Baer mit unserer Ferienwohnung

Hof der Familie Baer mit unserer Ferienwohnung

Unsere Garage fürs Auto und unsere Angelsachen

Der Weg zum Wasser....

Blick von unserer Angelstelle zur Ferienwohnung

Blick aus dem Fenster unserer Ferienwohnung  auf die Angelstellen am Altwasser

Wie immer gingen wir zuerst einmal zum Altwasser um nach den Angelplätzen und den Fischen zu schauen. Die Sonne lachte vom blauen Himmel und im Wasser brodelte es nur so. Rechts, links, geradeaus – überall sprangen große Fische (Rapfen? Hechte?) aus dem Wasser und machten den kleineren das Leben schwer.
Wir schauten uns an. „Na, was meinst du? Gefällt es dir hier?“ fragte Achim. „Ich glaube schon. Wenn wir hier gut fangen und sich das Wetter hält“ antwortete ich.

Altwasser mit blick auf ein Kreuzfahrtschiff auf der Donau

Nachdem der Wagen ausgeräumt war gingen wir in die Wohnung um uns frisch zu machen und etwas zu essen. Das frühe Aufstehen und die lange Anreise hatten uns zwar müde gemacht, aber trotzdem wäre ich am liebsten sofort zum Angeln gegangen. Doch der Körper forderte sein Recht. Ich legte mich aufs Bett und war sofort eingeschlafen. Nach 30 Minuten weckte mich eine hartnäckige Fliege auf. Trotz des kurzen Schlafes fühlte ich mich erfrischt. Achim hatte sich auf dem Sofa ausgestreckt und die Augen geschlossen. Ich ging zurück ins Schlafzimmer und zog mir Angelsachen an. Dann packte ich schon mal den Rucksack. Als ich wieder ins Wohnzimmer ging öffnete Achim die Augen. Erstaunt schaute er mich an: „Willst du etwa angeln gehen? Du weißt doch, dass man das am 1. Tag nicht tun soll. Sonst beißen die Fische später nicht.“
Zuerst stutzte ich, dann merkte ich jedoch, dass er es spaßig meinte. Ich ging auf seinen Jux ein und antwortete: „Stimmt! Dann lassen wir es bleiben. Ich ziehe mich nur schnell wieder um.“
Achim grinste mich an: „Lass die Sachen an. Ich mache mich auch gleich fertig. Dann gehen wir ans Wasser.“
Die Strecke von der Wohnung bis zum Altwasser war doppelt so lang wie in Rockenau. Vor unserem Urlaub war ich wegen Tinnitus und HWS-Syndrom krank geschrieben gewesen. Fast täglich war ich zur Krankengymnastik gegangen. Die Therapeutin vermutete, dass der Tinnitus und auch die anderen Beschwerden im Rücken von einem Beckenschiefstand kämen, der dringend behoben werden müsste. Ja, ja. Das alte Lied. Schon vor vielen Jahren hatte ich vom Orthopäden eine Schuheinlage verschrieben bekommen, die ich auch eine Zeitlang trug. Doch irgendwann wurde sie mir lästig und ich vergaß die ganze Sache. Nun sollte ich sie wieder tragen. Die kräftigen Massagen hatten meine müden Muskeln ganz schön zugesetzt. Als ich meine Angelkiste und mein Stühlchen zum Angelplatz trug hatte ich das Gefühl meine Arme würden immer länger. Und dann schmerzte auch noch mein Rücken. Ich stellte die Sachen gleich am ersten Angelplatz ab und ging erneut zur Garage um meine Rutentasche zu holen. Als alles am Angelplatz stand war ich froh mich setzen zu können.

Uschi am Altwasser der Donau in Windorf

Uschi am Altwasser der Donau in Windorf

Zuerst holte ich die kurze Feederrute mit Schwingspitze raus, entschied mich für einen 12er Wurmhaken auf den ich 3 Dendrobenas steckte und warf aus. Ich legte die Rute im elektronischen Bissanzeiger ab und schaltete den Freilauf ein. Dann nahm ich die kleine Posenrute aus der Tasche. Auf den 16er Haken steckte ich 3 Maden und warf sie an die Stelle, wo sich die Lauben tummelten. Sie machten sich sofort über den Köder her, aber es gelang mir nicht eine an den Haken zu bekommen. Bevor ich anschlagen konnte waren die Maden ausgelutscht. Das ging mir nach einiger Zeit so sehr auf den Wecker, dass ich die Posenrute reinholte und die lange Feederrute aus der Tasche nahm. Vielleicht, so dachte ich, bekomme ich ja ein paar Rotfedern dran. Als ich nach einiger Zeit die Schwingspitzrute kontrollierte waren die Würmer abgefressen. Von einem Biss hatte ich nichts gemerkt! Jedes Mal, wenn die Räuber wieder aus dem Wasser sprangen, wurde ich wütend, dass ich keinen Fisch an den Haken bekam.
Achim saß ein paar Meter weiter rechts von mir und hatte schon einen kleinen Barsch, einen Kaulbarsch und einige Lauben gefangen. Ich ging zu ihm und wollte ihn gerade fragen, wie er das anstellte, als ich mit bekam, wie sich die Spitze seiner Feederrute nach unten bog. „Das gibt’s doch nicht. Ich fange nichts und du hast schon wieder einen Biss“, maulte ich.
Gespannt schaute ich Achim beim Drillen zu. „Na, ist es etwas Vernünftiges?“ fragte ich ihn. „Ich glaube schon. Jedenfalls ist der Fisch etwas größer als die anderen.“

Achim beim Drill....

Die Brasse ist fast gekeschert.

Was konnte das sein? Ein Karpfen vielleicht? Schon bald konnten wir im Wasser erkennen, dass sich eine Brasse den Köder geschnappt hatte. Kurz vorm Ufer machte sie einen Rabatz, dann legte sie sich auf die Seite und ließ sich willenlos in den Kescher ziehen.

Die erste Brasse.....

noch freut Achim sich darüber!

Wir blieben bis 21.30 Uhr am Altwasser sitzen, doch es tat sich nichts mehr.

Abendstimmung am Altwasser der Donau

Abendstimmung am Altwasser der Donau

Abendstimmung am Altwasser der Donau

Abendstimmung am Altwasser der Donau

Abendstimmung am Altwasser der Donau

Abendstimmung am Altwasser der Donau

Unsere Angelsachen legten wir in die Garage, wo wir sie bei Bedarf schnell wieder zur Hand hatten.
In der Wohnung angekommen bereiteten wir uns ein kleines Essen zu, tranken ein Bier und legten uns dann zu unserem wohlverdienten Schlaf.
Als ich am nächsten Tag (Sonntag, 19.08.) aus dem Fenster schaute, sah ich einen strahlend blauen Himmel. Ich öffnete das Wohnzimmerfenster und schaute auf die Donau. Hunderte von Schwalben kreisten hoch am Himmel und jagten den Insekten nach. Ein Zeichen, dass sich die Luft schon erwärmt hatte.
Bei einer Tasse Kaffee überlegte ich, wie wir den Tag verbringen sollten. Ich gönnte Achim seinen wohlverdienten Schlaf, nahm meinen angefangenen Thriller zur Hand und las darin weiter. Obwohl er sehr spannend war, legte ich ihn nach einer Stunde wieder zur Seite und schaute nach, ob Achim inzwischen aufgewacht war. Als ich ins Schlafzimmer kam blinzelte er mich an. Ich sagte: „Guten Morgen, mein Schatz. Willst du nicht aufstehen? Die Sonne scheint. Was wollen wir heute Morgen machen?“
„Hm, das weiß ich noch nicht. Lass mich erst richtig wach werden“ kam als Antwort.
Zuhause genieße ich es immer, wenn Achim noch im Bett liegt. Dann höre ich mir sehr gerne klassische Musik an und stimme mich so auf den neuen Tag ein. Aber im Urlaub wäre es mir lieber, Achim würde – zumindest ab und zu – früher aufstehen, damit wir am Tag mehr unternehmen können.
Es war schon fast wieder Mittag, als wir unsere Angelsachen zum Altwasser brachten. „Was hälst du davon, wenn wir mal ein Stückchen mit dem Boot fahren und uns mit dem Echolot den Grund anschauen?“ fragte Achim.
„Klar. Können wir machen.“
Wir gingen noch einmal zurück zur Garage und trugen das Bananaboot zum Ufer. Kaum waren wir in der Mitte des Altwassers angekommen, breitete der Schwan, der sich auf der Sandbank mit seinen Jungen tummelte, seine Flügel aus und kam auf uns zugeflogen. Ich hatte schon die Befürchtung, dass er wie der Schwan letztes Jahr am Neckar, unser Boot angreifen würde. Doch er landete einige Meter vor uns im Wasser. Sein Blick sagte uns, dass wir es ja nicht wagen sollten, in die Nähe seiner Jungen zu kommen.

Unterwegs mit unserem Bananaboot auf dem Altwasser

Unterwegs mit unserem Bananaboot auf dem Altwasser

Einfach herrlich......

Wir fuhren bzw. paddelten bis zu der Stelle, wo sich Altwasser und Hauptstrom der Donau trennen. Unterwegs schauten wir immer wieder aufs Echolot um den Standort großer Fische auszumachen. Aber wir konnten keine bzw. nur sehr wenige erkennen. Das Echolot zeigte uns an, dass die Bodenstruktur sehr unterschiedlich war.

Unterwegs mit unserem Bananaboot auf dem Altwasser

Unser Echolot

2,8 Meter, fast 21 Grad Wassertemperatur, aber keine Fische

Uschi

Mal waren es nur wenige Zentimeter bis zum Grund, dann wieder an die 3 Meter. Dort, wo einige abgestorbene Bäume im Wasser hielten sich die Räuber auf und jagten den Brutfischen nach. Als wir die Spitze der Insel erreicht hatten sahen wir, dass sich auf der Bank schon einige Spaziergänger niedergelassen hatten. Aus unserem Plan, dort an Land zu gehen, wurde also nichts. Wir glauben, dass diese Stelle bestimmt ein interessanter Angelplatz ist. Leider kann man dort nur hingelangen, wenn man in Windorf auf die Insel geht. Nach der Erlaubniskarte ist das Angeln vom Boot aus, und auch das Erlangen der Angelstelle mit dem Boot, nicht erlaubt. Wir unterhielten uns kurz mit den Leuten, die dort im Wasser schwammen, dann fuhren wir langsam zurück.

Die Spitze zwische Altwasser und Hauptstrom der Donau

Die Spitze zwische Altwasser und Hauptstrom der Donau

Die Spitze zwische Altwasser und Hauptstrom der Donau

Ein Boot hatte hier geankert

Zurück zu unserem Grundstück

Zurück zu unserem Grundstück

Plötzlich flog dicht vor mir ein Eisvogel. Er setzte sich auf einen abgestorbenen Ast am linken Ufer. Sofort nahm ich die Kamera zur Hand, um den Eisvogel zu fotografieren. Aber er war vom Boot zu weit weg.
„Sollen wir dort einmal hinfahren“, fragte Achim.
„Au ja. Ich würde ihn gerne fotografieren.“
Doch nach zwei Ruderschlägen in seine Richtung erhob sich der Eisvogel und flog weg. Inzwischen waren wir jedoch neugierig geworden . Wir erkannten, dass in der großen umgefallenen Baumwurzel ein paar Löcher waren. „Das sind sicherlich Brutplätze“, meinte Achim. Und so war es auch.

Ufer des Altwassers

Eisvogelbruthöhlen in einer umgefallenen Baumwurzel

Wohl der Stammplatz der Eisvögel

Eisvogelbruthöhlen in einer umgefallenen Baumwurzel

Schon auf der Hinfahrt war mir ein aufgefallen, dass auf einem alten trockenen Baumstamm, der im Wasser lag, ein paar Bretter genagelt waren. „Was soll das wohl bedeuten?“ fragte ich Achim.

Ein Angelplatz über dem Wasser

Baumstumpf im Wasser

„Ich glaube, da hat sich jemand eine Angelstelle eingerichtet. Wenn der Wasserstand niedriger ist, kann man dort trockenen Fußes hingelangen. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine interessante Angelstelle ist. Wir fahren weiter und schauen uns mal unsere genauer an.“
Während Achim zurück ruderte schaute ich immer wieder vor mir ins Wasser um ein paar Fische auszumachen. Und tatsächlich schwamm ein großer Zander plötzlich vor unserem Boot her. „Schatz, hast du den Zander auch gesehen?“ rief ich aufgeregt.
„Nein. Ich muss mich aufs Rudern konzentrieren.“
„Schade. Der war um die 60 cm groß! Es gibt sie also auch hier im Altwasser“, antwortete ich.
Kaum waren wir an der Sandbank angelangt, erschien auch schon wieder der Schwan. Aber er behielt genügend Abstand zu uns. Zuerst hielt Achim Kurs auf eine Stelle, wo wir von unseren Angelplätzen immer wieder Fische rauben sahen. Auch die Anwesenheit unseres Bootes störte sie nicht. Immer wieder sprangen sie den Kleinfischen hinterher und erschreckten uns, wenn sie mit einem lauten Klatsch ins Wasser tauchten. Achim ruderte einmal um den versunkenen Baum herum und nahm dann Kurs auf unsere Angelplätze.

Hier jagten die Räuber

Auf dem Echolot konnten wir viele dicke Fische ausmachen. Sie hielten sich jedoch fast ausschließlich dort auf, wo Achim seine Köder hinwarf. An meinem Angelplatz, vom Wasser aus rechts, waren kaum Fische zu erkennen.

Hier jagten die Räuber

Unsere Angelplätze vom Boot aus betrachtet....

Unsere Angelplatz vom Boot aus betrachtet....

Bodenstrucktur und Fischsicheln vor unserem Angelplatz

Blick vom Boot aus auf die Uferpromenade von Windorf

Um 13.45 Uhr zogen wir unser Boot ans Ufer. Dann gingen wir in unsere Ferienwohnung, wo wir eine Kleinigkeit aßen.
Gegen 15 Uhr saßen wir gesättigt und zufrieden, weil immer noch die Sonne schien, an unseren Angelplätzen. Als erstes warf ich das Wurmbündel an meiner Schwingspitzrute nach rechts aus, weil ich auf dem Echolot gesehen hatte, dass dort die großen Fische standen. Mit der Posenrute versuchte ich ein paar Lauben zu fangen, was mir jedoch nur selten gelang. Sie waren zu vorsichtig. Nach einer halben Stunde wurde es mir in der Sonne zu heiß. Ich tauschte die Posenrute gegen die lange Feederrute aus. Als das Madenbündel auf Grund lag nahm ich meinen Stuhl und setzte mich weiter rechts in den Schatten. Kurz darauf schnappte sich eine etwas größere Rotfeder das Madenbündel.
Ich hatte den Haken gerade wieder neu beködert, als Achim rief: „Ich habe einen großen dran.“

Und wieder eine kapitale Brasse

Und wieder eine kapitale Brasse

„Ich werfe nur gerade aus, dann komme ich.“
Als ich sah, dass Achim eine große Brasse gefangen hatte, wurde ich etwas neidisch. „Ich möchte auch mal einen großen Fisch fangen. Nicht immer nur die kleinen. Was hattest du für einen Köder dran?“ fragte ich.
„Nur Maden“ antwortete Achim.
„Hab ich auch. Aber bei mir beißen nur Rotfedern.“
In den nächsten 2 Stunden fing Achim 3 weitere große Brassen.

Drillen, keschern....

Haken lösen.......

Fotografieren und zurück in Wasser

Ganz schön hochrückig diese Altwasserbrassen

Ganz schön hochrückig diese Altwasserbrassen

Und schon wieder eine Brachse, puh, ganz schön anstrengend!

Dann wollte er keine mehr am Haken haben.Statt Maden steckte er einen dicken Tauwurm auf den Haken. Es dauerte nur ein paar Minuten und er bemerkte einen Biss.
„Uschi! Ich habe einen Biss auf Tauwurm. Ich bin mir sicher, dieses Mal ist es keine Brasse“, rief Achim mir zu.
Sofort stand ich auf und ging zu ihm rüber. Inzwischen hatte er den Fisch fast bis zum Ufer gedrillt. Im klaren Wasser sahen wir, dass es jedoch wieder eine Brasse war, die dem leckeren Tauwurm nicht widerstehen konnte.

Ein ganz besonderer Fisch...

Ein ganz besonderer Fisch...

Was für ein Kopf, diese Brasse war unverwechselbar

Was für ein Kopf, diese Brasse war unverwechselbar. Achim fing sie gleich 2 mal!

“Das gibt’s doch nicht! Schon wieder eine Brasse. Kann denn nicht mal ein Karpfen den Köder nehmen?“ schimpfte Achim. „Ich habe schon alles Mögliche gefüttert: Boilies, Frolic, Mischfutter. Hier müssen doch noch andere Fische sein. Wo sind die bloß?“
„Keine Ahnung. Sei doch froh, dass du so große Brassen fängst. Mir gehen immer nur kleine Scheißer an den Haken“ erwiderte ich.
Gegen 18 Uhr zogen die ersten dunklen Wolken auf. Die Luft war sehr schwül, deshalb vermutete ich, dass es bald ein Gewitter geben würde. Wenig später holte Achim schon mal unsere Angelschirme aus der Garage. Es regnete zwar noch nicht, aber in der Ferne war schon Gewittergrollen zu hören. Den Fischen muss wohl der Wetterumschwung ebenfalls nicht gefallen haben, denn sie interessierten sich plötzlich nicht mehr für unsere Köder.
Als das Gewitter nach 2 Stunden näher kam beschlossen wir das Angeln einzustellen und unsere Sachen zu packen, bevor alles klitschenass würde. Kaum waren wir in unserer Ferienwohnung, da kamen auch schon die ersten dicken Tropfen vom Himmel.
Die Tageshitze und die schwüle Luft hatten uns richtig platt gemacht. Nach dem Abendessen sahen wir noch etwas fern, dann duschten wir uns legten uns erfrischt und völlig erschöpft ins Bett.

hier geht es weiter.....zum 2.Teil

Oerlinghausen, den 06.09.2007

hier gehts weiter zum 5.Teil Angelerlebnisse 2007..........

 

 

 

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