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Achim Kluck

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Angelerlebnisse 2005

Teil 4

 Aalfang am Hücker Moor (23./24.7.2005)

Luftbild vom Hücker Moor. Links auf der Landzunge stand unsere Angelhütte

Bildquelle: http://www.argos-luftbild.de

Das Hücker Moor bei Hücker-Aschen liegt im Landkreis Herford und bildet mit seinen 12 ha die größte Wasserfläche in der Region. Es ist ein sehr flaches Gewässer mit einer maximalen Wassertiefe von 1,2 m. An den meisten Stellen sind es jedoch nur 0,90 m, wie wir mit unserem Echolot feststellen konnten.

Thomas im Ruderboot

Unser Echolot zeigt an, dass das Hücker Moor durchschnittlich 90 cm tief ist

Früher wurde im Hücker Moor Torf gestochen, heute ist es nur noch Erholungs- und Naturschutzgebiet. Das Südufer, wo sich Wildgänse, Reiher und Störche tummeln, ist ganz den Vögeln vorbehalten.
Am Nordufer gibt es drei Gaststätten, deren Terrassen immer gut besucht sind. Viele Besucher mieten sich Ruder- oder Tretboote, was das Angeln am Hücker Moor nicht ganz einfach macht.

Eine idyllische Angelstelle

Blick auf den Moorsee

Viele Blumen blühten am Ufer

Eine Wasserfläche wie ein Spiegel

Vor drei Jahren war ich mit Achim einmal dort. Damals machten wir nur einen Spaziergang um das Moor. Ich hätte auch niemals gedacht, dass es sich dort zu angeln lohnen würde. Als Thomas, unser Vorsitzender vom ASV Dalbke, den Vorschlag machte dort ein Jugendangeln zu veranstalten, hielt ich nicht besonders viel von seiner Idee. Da sich leider nur 4 Jugendliche angemeldet hatten und der Verein für die Anglerhütte, in der mindestens 12 Personen übernachten konnten, den vollen Preis bezahlen musste, meldeten wir uns ebenfalls an. Als Heike davon hörte, entschloss sie sich ebenfalls mitzufahren.
Samstagmorgen um 8 Uhr ging es los. Wir nahmen den jüngsten der Jugendlichen, Jannik mit, während die anderen beiden, Christian und Kevin, von Andreas und Marcus, die ebenfalls dem ASV Dalbke angehören, hingebracht wurden.
Als wir gegen 8.45 Uhr ankamen war Thomas schon da. Auch Christian und Michael hatten ihre Angelsachen schon zur Hütte gebracht und konnten es kaum erwarten den ersten Fisch an den Haken zu bekommen.

Schild über der Eingangstür zur Hütte

Das Anglerheim des ASV Herford

Das Anglerheim des ASV Herford

Nachdem wir mehrmals hin und her gelaufen und alles, was wir fürs Wochenende benötigten, zur Hütte geschleppt hatten, suchten wir uns unsere Angelplätze aus. Obwohl die Hütte über genügend Schlafgelegenheiten verfügte, nahm Achim unser Zelt und eine Liege mit, denn er wollte die Nacht bei seinen Ruten verbringen.
Tags zuvor, als wir unsere Angelsachen im Auto verstauten, war ich von dem Gedanken am Hücker Moor zu angeln, nicht besonders begeistert. Sicher lag es auch daran, dass mir wieder mein Bein schmerzte, was jetzt seit fast 5 Monaten bei unbeständigem Wetter der Fall ist. Aber auch die Ungewissheit, mit welchen Ruten ich dort angeln sollte und mit welchen Fischen ich dort rechnen konnte, besserte nicht gerade meine Laune. Viel erwartete ich von so einem dreckigen und flachen Gewässer nicht.
Thomas und Achim hatten gehört, dass dort vor einiger Zeit 3 kleinere Welse (alle um die 50 cm) gefangen worden waren und waren nun ganz heiß darauf auch einen Waller zu fangen.
Also packte Achim auch noch seine Wallerrute und den Wallerkoffer ins Auto, was ich total überflüssig fand, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich in dem Tümpel wirklich große Waller befinden sollen. Aber falls doch? Vorsichtshalber ließ ich meine Big Fish-Rute in meiner Rutentasche.
Die drei Jugendlichen bauten ihre Ruten auf einem breiten Steg auf. Eigentlich wäre dort noch Platz für mich gewesen, aber ich entschied mich für eine Stelle etwas weiter rechts von den Kindern, wo ich, wie ich glaubte, etwas mehr Ruhe haben würde. Ein Stückchen weiter rechts von mir gab es ebenfalls einen schönen Platz, für den sich aber schon Heike entschieden hatte.

Vorne der Angelplatz der Jungen, daneben meiner

Sooo klein war der Kaulbarsch

Heikes Angelplatz

Heikes Ruten

Heike unter ihrem Angelschirm

Heike hält erst einmal ein Schläfchen

Thomas und Achim bauten ihre Angelsachen gegenüber dem Moorstübchen aus. Dort stellten sie auch ihre Zelte auf, denn sie wollten ja in der Nacht auf Waller gehen und bloß keinen Biss verpassen.

Achims Angelplatz

Achims Angelplatz vom Wasser aus gesehen

Uschi schaut nach, ob in Thomas seinem Kescher schon Fische sind

Auch Thomas hatte sich einen schönen Platz ausgesucht

Während Heike und ich die Lebensmittel ins Haus brachten und Thomas die Fensterläden der Hütte öffnete, um Licht und Luft herein zu lassen, fingen die Kids schon die ersten Fische. Als alles im Haus verstaut war ging ich zu meinem Angelplatz. Ich stellte erst einmal meinen Stuhl auf und überlegte, wie ich vorgehen sollte. Einen Köder auf Grund legen, so hatte ich gehört, konnte man bei der bis zu 3 m dicken Schlammschicht vergessen. Er würde gleich versinken. Also blieb nur Posenangeln übrig. Zuerst baute ich für meine beiden Ruten die elektronischen Bissanzeigern auf. Dann schaute ich in meiner Rutentasche nach, welche Ruten ich nehmen sollte.
Ich überlegte hin und her und entschied mich dann für eine 3,90 m lange Feederrute an der schon eine große schlanke Pose montiert war. Als zweite Rute wählte ich eine 1,80 m lange Spinnrute, an der ebenfalls eine Pose hing. Mit dieser fange ich immer die Köderfische. 
Nachdem ich beide Ruten ausgeworfen hatte und vergeblich auf ihr Abtauchen wartete, wurde meine Angellaune immer noch nicht besser. Vielleicht wäre ich doch besser zuhause geblieben. Ich stand auf und ging zu Achim rüber. Als ich ihn fragte, wie es bei ihm laufen würde, antwortete er: „Ganz gut. Ich habe schon so viele Köderfische (Brassen und Rotaugen), dass ich jetzt erst mal nur mit einer Rute fische.“
Ich antwortete: „Ich habe noch keinen Fisch gefangen. Außerdem habe ich absolut keinen Bock zum Angeln“, worauf er meinte: „Das kommt schon noch.“
Da war ich mir nicht so sicher. Ich ging erst einmal in die Hütte und kochte mir einen starken Kaffee. Vielleicht würde der ja meine Laune etwas heben. Heike stand schon in der Küche um Teller fürs Mittagessen bereit zu stellen..
„Na, wie läuft’s?“ fragte ich sie.
„Es geht! Ich habe schon zwei Rotaugen und zwei Barsche“ bekam ich zur Antwort.
„Na toll“, dachte ich. „Alle fangen etwas und bei mir tut sich nichts. Aber ich habe sowieso keinen Bock. Und Köderfische fangen kann ich auch am Südstadtteich. Dazu brauche ich nicht ans Hücker Moor fahren.“
Als wir unser Mittagessen beendet hatten holte ich mir eine Flasche Bier und ging ich wieder an meinen Angelplatz. Ich stellte die Flasche auf dem Boden ab, als ich bemerkte, wie die Pose an meiner Spinnrute abtauchte. Na also! Endlich einmal eine Meldung. Ich schaute zu wie die Pose wieder auftauchte und erneut im Wasser verschwand. Nun schlug ich an. Doch ich merkte sofort, dass der Fisch nicht gehakt hatte. Ich beköderte den Haken mit zwei frischen Maden und warf erneut aus.
Während ich meine Posen beobachtete rief schon wieder Jannik: „Uschi, ich hatte wieder einen Fisch dran, aber er ging wieder ab. Das war schon der 5., den ich nicht landen konnte!“

Jannik

Christian und Kevin

Ich hatte mich extra ein wenig abseits von den Kids gesetzt um meine Ruhe zu haben. Aber ständig rief einer der Jungangler: „Uschi, ich habe schon wieder eine Brasse!“ Nur Jannik war immer noch am Jammern: „Uschi, ich hatte wieder einen Fisch dran, aber er ging auch wieder ab. Das ist jetzt schon der 7. den ich nicht raus kriegte!“
Ich tröstete ihn so gut ich konnte und versuchte mich wieder auf meine beiden Posen zu konzentrieren. Als sich im Setzkescher von Christian und Kevin schon 15 Fische tummelten hatte ich immer noch keinen Fisch gefangen. Auch Thomas und Achim konnten sich nicht beklagen. Sie legten ihre Köderfische (Brassen und Rotaugen) für die Nacht als Wallerköder zurück.
Auf dem Moor schwammen viele Enten herum, die sehr zutraulich, um nicht zu sagen dreist waren. Sie ließen sich auch von den Angelschnüren und Posen nicht abschrecken. Ständig musste ich sie von meiner Angelstelle verjagen.
Ein weißes Entenküken hatte sich sogar in der geflochtenen Schnur von Thomas seiner Rute verfangen. Vorsichtig holte Thomas das Küken aus dem Wasser und befreite es erst einmal von der Schnur um seinen Hals. Mit dem Küken unter dem Arm ging er zu den anderen. „Guckt mal, was ich hier habe. Das werde ich heute Abend als Wallerköder an den Haken machen“, sagte er. 
Als er das entsetzte Gesicht der Jungen sah, lachte er und fügte schnell hinzu: „Keine Bange, das setze ich gleich wieder rein. Für den Waller heute Nacht haben Achim und ich schon genügend Köderfische.“

Thomas befreit das Entenküken von der Schnur um  seinem Hals

Das befreite Entenküken

Und ab mit dir ...

... ins Wasser

Achim hatte den Entenfang gerade gefilmt und die Kamera noch in der Hand, als ich wieder an meinen Angelplatz ging. Ich setzte mich gerade wieder hin, als ich bemerkte, wie eine der Posen abtauchte und davon zog. Schnell ergriff ich die kleine Spinnrute und schlug an. „Oh“, dachte ich, „das muss aber eine große Brasse sein, so wie die zieht!“ Einen Moment später sah ich, dass ich einen Aal am Haken hatte. Sofort rief ich zu Achim rüber: „Ein Aal! Ich habe einen Aal dran!“ Alle hatten es gehört und kamen zu mir. Vorsichtig drillte ich den Aal zum Ufer. Da ich nur eine 0,18er Hauptschnur und einen 12er Wurmhaken gewählt hatte, bangte ich etwas um mein zartes Angelgerät.
Der Aal zog ganz schön und ich hatte Angst, dass er vielleicht ausschlitzen würde. Als ich ihn in der Nähe des Ufers hatte versuchte er sich im Kraut zu verstecken. Ängstlich schaute ich auf die Spitze meiner kleinen Spinnrute, die sich schon fast im Wasser befand. „Wenn das mal gut geht!“ dachte ich. Doch die Spinnrute hielt durch. Nach einem weiteren, vergeblichen Fluchtversuch war der Aal müde.
„Willst du ihn so rausholen oder soll ich ihn für dich keschern“, fragte mich Andreas. Ich dachte an unseren Neckarurlaub, wo Achim einen Aal verloren hatte, weil er den Kescher nicht schmutzig machen wollte.

Uschis Aal an der Posenmontage

Andreas keschert Uschis Aal

Uschis Aal, 62 cm lang

Gleich kommt er in den Eimer

„Lieber keschern“, antwortete ich. Kurz darauf lag der Aal im Kescher. Er war zwar nur 62 cm lang, aber bisher mein größter. Der Aal hatte den Haken so tief geschluckt, dass ich die Schnur abschneiden musste. Ich lief zu Heike und holte mir den Köderfischeimer. Dann packte ich ihn mit einem Handtuch und steckte ihn in den Eimer.

Der Aal wird in den Eimer gesteckt

Uschi ist etwas geschafft nach dem aufregenden Drill

Ich war von dem Fang total überrascht und sagte: „Mit einem Aal hätte ich überhaupt nicht gerechnet! Schon deshalb nicht, weil ich heute total keine Lust zum Angeln habe.“
Achim klärte die anderen auf, indem er sagte: „Uschi war gestern schon den ganzen Tag unausstehlich. Normalerweise ist sie diejenige, die immer angeln will, aber im Moment hat sie wieder Schmerzen im Bein und ist daher nicht gut drauf. Das wird sich jetzt aber bestimmt ändern, nach diesem schönen Fang.“
Nun wollten auch die Kids einen Aal fangen. Immer wieder steckten sie frische Maden auf die Haken und warfen ihre Posen aus. Aber sie fingen nur Brassen und Rotaugen.
Plötzlich lief es auch bei mir besser. Erst fing ich ein großes Rotauge, kurz darauf einen kleinen Barsch.
Gegen Mittag hatte auch Jannik endlich Glück: Seine erste Brasse lag im Kescher!

Stolz zeigt Jannik seine Brasse

Janniks Brasse

Zum Mittagessen (es gab Heißwürstchen, Kartoffel- und Nudelsalat und Brötchen) mussten die Kids regelrecht von ihren Ruten weggeholt werden. Jannik war so aufgeregt, dass er nicht einmal ein Würstchen runter bekam.
Am Nachmittag (Andreas und Marcus waren wieder nach Hause gefahren) kam auch unser Jugendwart Meicel. Bevor er seine Angelsachen aufbaute ging er erst einmal zu den Jungen und fragte: „Na, wie läuft’s denn?“ 
„Prima!“ antworteten alle drei wie aus der Pistole geschossen.
Jannik ergänzte: „Ich hätte schon viel mehr gefangen, aber die ersten 8 Fische konnte ich nicht landen. Manchmal haben sie nicht gehakt oder aber sie gingen mir kurz vor dem Ufer wieder ab.“
Meicel schaute sich die Montagen der Kids an und gab ihnen noch ein paar Tipps wie sie es besser machen konnten. Dann suchte er sich einen Angelplatz aus.
Bis zum Abend fing ich noch eine große Brasse und zwei weitere kleine Barsche.
Gegen 20 Uhr zündete Thomas den Grill fürs Abendessen an. Während die Bratwürstchen auf dem Rost lagen hörte ich, wie sich die Jugendlichen unterhieltern: „Wie lange wollen wir heute Abend machen?“ fragte Christian, worauf Jannik sofort antwortete: „Ich bleibe bis 1 Uhr auf. Dann lege ich mich schlafen. Den Wecker stelle ich auf 4 Uhr.“ Kevin und Christian meinten, sie würde gerne noch etwas länger schlafen, worauf Jannik großzügig antwortete: Na gut, dann stelle ich den Wecker auf 4.15 Uhr.“

Thomas beim Würstchen grillen

Hm! Lecker Bratwürstchen.

Gemeinsames Abendessen

Unser romantisches Lagerfeuer

Beim Abendessen waren die Kids schon etwas ruhiger geworden. Als sie wieder an ihrem Angelplatz waren ging ich zu ihnen und sagte: „Derjenige, der morgen früh den ersten Fisch gefängt, darf sich eine von diesen Posen aussuchen.“ Dabei hielt ich ihnen unsere Box mit den Raubfischposen hin. Das spornte sie natürlich besonders an. Im Weggehen hörte ich wie Jannik sagte: „Und was ist, wenn wir alle gleichzeitig einen Fisch fangen?“ Daraufhin meinte Christian: „Es zählt der Fisch, der zuerst im Kescher liegt .“ Jannik gab sich mit der Antwort nicht zufrieden und fragte weiter: „Und wenn sie gleichzeitig im Kescher liegen?“ Kevin antwortete ihm schon etwas genervt: „Dann gewinnt der, der die meisten gefangen hat.“
Als es dunkel wurde bissen die Rotaugen und Brassen nicht mehr so gut. Trotzdem versuchten es die drei Jugendlichen bis kurz nach Mitternacht. Dann holten sie ihre Ruten rein und gingen in die Hütte.
Sie lagen schon im Bett als ich hörte wie Jannik fragte: „Was meint ihr, was war das wohl für ein Fisch, den ich eben nicht rausbekommen habe?“ Christian: „Keine Ahnung. Ist auch egal. Sei endlich still. Wir wollen schlafen.“ Jannik knurrte etwas, was ich nicht verstand und war ruhig. Endlich konnte auch ich einschlafen.

Uschi hat ihre Big-Fish-Rute für den Raubfischfang geholt


Ich hatte, nachdem die Sonne untergegangen war, meine Ruten ausgewechselt. An meiner Zebco-Rhino-Base-Big-Fish-Rute hatte ich eine Unterwasserpose mit einer großen Brasse am Drilling, die Thomas und Achim, genau wie ihre Köderfische, mit dem Boot rausgebracht hatte. Am Haken der Balzer-Magna-Spezial-Feederrute hing ein kleiner Barsch als Köder.
Unsere Ruten lagen alle in einem elektronischen Bissanzeiger und der Freilauf der Rollen war eingeschaltet.
Gegen 1 Uhr legten Heike und ich uns ins Bett, während Achim und Thomas in ihren Zelten blieben. Falls wir an unseren Ruten einen Biss haben sollten, würden uns die Männer schon wecken. Außerdem hatten wir das Schlafzimmerfenster weit geöffnet, um unsere Bissanzeiger hören zu können.

Um 4.15 Uhr klingelte Janniks Wecker. Leise, um Meicel, Heike und mich nicht aufzuwecken, schlichen sich die drei aus dem Schlafraum. Ich wollte zuerst auch aufstehen, aber da ich noch sehr müde war, blieb ich noch etwas liegen.
Kurz nach 5 Uhr wurde ich von einem Geräusch geweckt. War das mein elektronischer Bissanzeiger? Schnell war ich aus dem Bett. Als ich unten war lauschte ich, aber ich konnte kein weiteres Geräusch hören – außer den Kindern, die schon wieder hellwach waren und ihre Ruten schwangen.
Ich kochte mir erst einmal einen Kaffee und schaute durchs Fenster den Sonnenaufgang an.
Ich goß mir eine zweite Tasse Kaffee ein und ging zu Thomas und Achim.
Thomas begrüßte mich mit den Worten: „Guten Morgen. Gut geschlafen? Übrigens, Heike hat heute Nacht einen großen Aal gefangen.“
„Was? Ich habe gar nicht gehört, dass sie aufgestanden ist“, antwortete ich.
„Ist sie auch nicht. Es war so gegen 3.30 Uhr, als ich Heikes Bissanzeiger hörte. Ich habe mehrmals nach ihr gerufen, aber sie hat mich nicht gehört. Der Fisch hatte schon viel Schnur genommen, da musste ich dann anschlagen.“
Irgendwie glaubte ich Thomas nicht. Auch als er mir den Aal, der sich im Eimer wand, zeigte zweifelte ich noch an seinen Worten.

Uschi bestaunt Heikes Aal

Was für ein großes Maul!

Achim hatte in der Nacht von dem Fang auch nichts mitbekommen, denn er war auf seiner Liege eingeschlafen.
Kurz nach 6 Uhr kam Heike noch relativ müde aus der Hütte. Zuerst schaute sie ihre Ruten an, aber da hatte sich scheinbar nichts getan. Dann ging sie staunte zu Thomas rüber. Er erzählte ihr grinsend von „ihrem“ Fang in der Nacht.
„Ich habe dich mehrmals gerufen“, sagte er, „aber du hast mich nicht gehört. Da habe ich angeschlagen. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Aal.“ 
Heike war reichlich verlegen: „Ehm…. ich habe dich wirklich nicht gehört, sonst wäre ich ja gekommen. War wirklich ein Aal an meiner Rute? Das glaube ich nicht.“
„Klar, komm ich zeig ihn dir. Ich wusste leider nicht ob du einen Fisch oder Wurm am Haken hattest. Ich hätte gerne dein dummes Gesicht gesehen, wenn statt eines Fisches nun ein Wurm oder umgekehrt am Haken hing“, sagte Thomas.

Heike braucht erst einmal einen Kaffee zum Wachwerden

Auch die Jugendlichen schauten sich Heikes Aal an

Ob er wohl beißen will?

Na bitte! 77 cm und 850 g

Die Waage bringt es an den Tag

Er wiegt immer noch 850 Gramm. Langsam wird er aber schwer....

Während Heike ihren Aal von 77 cm und 850 Gramm bestaunte und stolz vorzeigte erklang plötzlich einer von Thomas seinen elektronischen Bissanzeiger. Sofort war er bei seiner Rute und schlug an, aber der Fisch hatte den Köder nicht geschluckt, sein Anschlag ging ins Leere.
Als Thomas sich seinen Köderfisch anschaute staunte er nicht schlecht. Dem Fisch fehlte der Kopf! „Das gibt’s doch nicht!“ meinte er völlig perplex.
Beim Frühstück waren die Jungens natürlich wieder die ersten, die vom Tisch aufstanden. Thomas, Heike, Achim und ich saßen noch gemütlich bei unserer Tasse Kaffee, als plötzlich erneut ein elektronischer Bissanzeiger ertönte. „Das ist meiner“, sagte Achim und stand Achim sofort auf. Ich stand ebenfalls auf und folgte ihm mit dem Brötchen in der Hand.
Achim stand bei seinen Ruten und schaute einen Moment zu, wie die Schnur wurde von der Rolle gezogen, dann schlug er an. Schon beim Drillen merkte er, dass am anderen Ende ein Aal hing. Während er ihn drillte versuchte der Fisch immer wieder zu flüchten, aber schon bald hatte Achim ihn am Ufer. Es handelte sich um einen Raubaal von 67 cm. Der Haken steckte ihm seitlich im Maul und der Köderfisch (ein Kaulbarsch) hing daneben.
Sofort holte ich unsere Filmkamera um den schönen Fang festzuhalten.

Achims Aal von 67 cm

Darauf kann Achim stolz sein

Achims Aal mit dem Kaulbarsch im Maul

Achims Aal mit dem Kaulbarsch im Maul

Während wir um Achim standen und seinen Aal bestaunten kam Jannik angerannt. „Uschi, ich habe einen Fisch. Jetzt darf ich mir eine Pose aussuchen“, rief er erfreut. „Klar, darfst du. Ich komme gleich damit zu dir“, antwortete ich.

Der Angelplatz der Jugendlichen

Jannik darf sich eine Pose aussuchen

Die Jungen waren so intensiv am Angeln gewesen, dass sie gar nicht bekommen hatten, dass Achim gerade einen Aal gefangen hatte. Jannik rief die anderen. Sie schauten in den Eimer und waren erstaunt, dort sogar zwei große Aale zu sehen.
Nun wollten auch sie einen Aal fangen. Sofort holten alle drei ihre Posenruten aus dem Wasser und montierten an ihre Grundruten einen Köderfisch. Dann setzten sich Jannik und Christian ins Boot und brachten ihre Köderfisch raus. Christian ruderte und Jannik zog die Schnur mit dem Köderfisch vom seinem Angelplatz weg. Als sie ein Stück draußen waren merkte Jannik, dass das Grundblei abgegangen war. Er suchte zuerst im Boot und als er es nicht fand, ruderten sie erneut zur Angelstelle zurück. Meicel schaute sich die Montage an und bemerkte, dass der Wirbel nicht richtig geschlossen war und Jannik deshalb das Blei verloren hatte. Nachdem er ein neues Blei in den Wirbel gesteckt hatte ruderten die beiden wieder in die Mitte des Teiches, wo sie den Köderfisch ablegten.

Sonnenaufgang am Hücker Moor

Christian und Kevin im Boot

Der Köderfisch wird raus gebracht

Meicel, der Jugendwart, montiert an Janniks Wirbel das Blei

Knapp eine Stunde warteten sie, dass ein Aal ihren Köder nahm. Dann holten sie ihre Grundruten wieder rein und probierten es mit der Spinnrute, was ihnen jedoch auch keinen Erfolg brachte. Dank des Ruderbootes konnten die Blinker und Wobbler, die in den Büschen und Bäumen landeten, gerettet werden.

Heike und Thomas sind dabei...

... die Spinner aus den Büschen zu befreien

Wenig später warfen sie erneut ihre Posenruten aus, um wenigstens noch ein paar Brassen und Rotaugen zu fangen.
Am späten Vormittag wurde bei den Jugendlichen „abgerechnet“, d.h. es wurden die gefangenen Fische gezählt. Jeder von ihnen hatte 13 Stück in seinem Setzkescher, so dass es keinen eindeutigen Sieger gab. Christian und Kevin waren mit ihren Fängen zufrieden, nur Jannik meinte, dass er der eigentliche Sieger sei - wenn man seine ersten 8 Fische, die er nicht landen konnte, mitgezählt hätte!
Da alle Drei ihre Fische mitnehmen wollten zeigte Meicel ihnen wie man sie fachgerecht ausnimmt. Danach ließ er sich überreden auch die drei Aale „küchenfertig“ zu machen. Heike wollte gerne wissen, ob ihr Köderfisch noch im Magen ihres Aales zu finden sei, was auch der Fall war, wie wir feststellen. Als wir den Magen von Achims Fisch untersuchten staunten wir, als wir darin den Kopf von Thomas seinem Köderfisch entdeckten!

Meicel zeigt Jannik, wie er den Fisch ausnehmen muß

Gekonnt setzt Jannik das Messer an

Fische ausnehmen ist eine blutige Angelegenheit

Meicel nimmt für Heike ihren Aal aus

„Das ist also der Räuber gewesen, der meinem Fisch den Kopf abgebissen hat“, sagte Thomas.
Die Jungens waren schon auf dem Nachhauseweg, als wir unsere Sachen ins Auto brachten.
Nachdem wir die Hütte aufgeräumt hatten, sagte Thomas, dass wir, weil alles so gut gelaufen war und alle viel Spaß hatten, im nächsten Jahr erneut zum Hücker Moor fahren werden.
Obwohl ich anfangs keine Lust zum Angeln hatte, wurde es auch für mich noch ein schönes Wochenende und ich freue mich schon heute auf das nächste gemeinsame Angeln am Hücker Moor.

Die Angelhütte vom Wasser aus gesehen

Der "Reporter" Achim hält alles im Bild fest

Oerlinghausen, den 26.07.2005

Ein Wochenende am Orbke-See (28.08.2005)

Der Orbke See bei Detmold

Das letzte Wochenende im August wollten wir nach Minden fahren, um unseren Arbeitsdienst beim Fischereiverein Minden abzuhalten und anschließend im Mittellandkanal auf Zander zu angeln, als Thomas anrief und erzählte, dass wir die Möglichkeit hätten am Orbke-See in Detmold zu angeln. Der ASV Heepen hätte dort eine Hütte und diese sei überraschend frei geworden. Wenn wir Lust hätten, könnten wir dort angeln und in der Hütte übernachten. Außerdem erzählte er uns, wäre im See schon ein Wels gefangen worden. Vielleicht hätten wir ja das Glück und würden im Orbke-See auch einen an den Haken bekommen, meinte er. Also schmissen wir den Plan nach Minden zu fahren über den Haufen und verabredeten uns mit Thomas und Heike für Samstagmittag um nach Detmold zu fahren.
Gemeinsam fuhren wir gegen 12.30 Uhr los und waren nach einer halben Stunden Fahrt am Ziel. Als wir ankamen, hatte schon Klaus, ein Bekannter von Thomas, der mit uns zusammen über Nacht bleiben wollte, seine Ruten ausgeworfen.
Der Orbke-See ist ein relativ kleines, aber sehr idyllisch gelegenes Gewässer. Die maximale Wassertiefe liegt bei 8 Metern.
Achim und Thomas bauten sich an ihrem Angelplatz ihr Zelte auf, denn sie wollten unbedingt in der Nähe ihrer Ruten sein, wenn in der Nacht ein Wels oder ein anderer Fisch beißen würde.

Uschis Angelplatz am Obke See

Achims Angelplatz am Orbke See

Thomas und Klaus hatten viel Spaß.

Der Orbke See

Heike und ich suchten uns einem Platz aus, wo wir nebeneinander sitzen konnten, ohne uns in die Quere zu kommen. Da im Wasser viel Kraut war bestückte ich zwei Ruten mit Posen, um auf Weißfische zu angeln. An der dritten Rute, die ich auf Grund legte, hatte ich abwechselnd Dendrobena oder auch Maiskörner am Haken, denn es sollten – so hieß es jedenfalls – auch sehr viele große Karpfen im See sein.
Egal ob ein Madenbündel oder ein Wurmbündel am Haken der Posenrute war, es bissen immer nur kleinere Barsche. Rotaugen, Rotfedern oder Brassen gingen mir nicht an den Haken.
Als es auf den Abend zuging brachte Thomas seine Wallerrute mit einer Bojenmontage aus. Er hoffte, auf der anderen Seite des Sees einen Waller mit einem Köderfisch fangen zu können.
Achim und auch ich warfen ebenfalls unsere Wallerruten aus. Am meiner 3 m langen Rhino-Big-Fish-Rute montierte ich eine 30 g Unterwasserpose mit einem Köderfisch am Haken. An die Balzer Magna Feeder Spezial-Rute zog ich einen Fischfetzen von
ca. 2 x 5 cm auf den 4er Zander-Haken, denn es sollten auch Zander im See sein. Achim bestückte seine Wallerrute mit einem Tauwurmbündel an einer Unterwasserpose.

Achims Tauwurmbündel an der Wallerrute.

Als wir unsere Raubfischruten ausgeworfen hatten zündete Thomas den Grill an. Heike hatte gleich bei unserer Ankunft eine Feuerstelle ausgemacht und den ganzen Nachmittag Äste und Zweige gesucht, um nach Einbruch der Dunkelheit ein Lagerfeuer zu entfachen. Da sie sehr gerne kokelt, nennen wir sie inzwischen auch „Feuerhexe“.

Die Feuerhexe Heike bei der Arbeit.

Die Feuerhexe Heike bei der Arbeit. Im hintergrund das Anglerheim des ASV Heepen.

Da alle unsere Ruten in elektronischen Bissanzeigern lagen, setzten wir uns gegen 22 Uhr zusammen auf die Terrasse. Achim und ich tranken ein paar Bierchen, während Heike und Thomas sich Kirschsaft mit Wodka schmecken ließen.
Gegen Mitternacht legte sich Heike auf ihre Campingliege in der Nähe der Feuerstelle, während sich die Männer in ihre Zelte verzogen. Ich selber ging ins Häuschen und legte mich ins Bett.
Es war so gegen 2 Uhr, als mich Heike mit den Worten „Mutti, aufwachen. Du hast einen Fisch dran“, weckte. Als ich bei meiner Rute war, drillte Thomas schon den Aal, der sich über meinen Fischfetzen hergemacht hatte, während Achim neben ihm stand und ihn kescherte. „Warum habt ihr nicht gewartet, bis ich da bin?“ fragte ich etwas beleidigt.

Uschi mit ihrem Raubaal von 64 cm.

Achim antwortete: „Ich habe zu Thomas gesagt er soll anschlagen. Der Fisch hatte schon sehr viel Schnur genommen.“
Ich war noch gar nicht richtig wach und murmelte nur: „Pack ihn in den Köderfischeimer. Ich gehe wieder schlafen.“
„Du musst erst noch einen neuen Köder dran machen“, meinte Achim.

Uschi mit ihrem Raubaal von 64 cm.

„Na gut. Ich habe ja noch die andere Filethälfte“, seufzte ich. Doch als ich sie mir nehmen wollte, war sie nicht mehr da. Sicher hatte sich eine Ratte dafür interessiert. Schlaftrunken holte ich mir einen neuen Köderfisch aus dem Eimer und schnitt mir ein neues Stück heraus. Da der Aal den Haken tief geschluckt hatte, hatte Thomas das Vorfach durchgeschnitten, so dass ich erst noch einen neuen Zanderhaken befestigen musste. Dann warf ich die Rute wieder aus und legte mich anschließend wieder ins Bett, nicht ohne vorher zu Thomas und Achim zu sagen: „Wenn sich mein Bissanzeiger noch einmal meldet, dann sagt mir Bescheid! Ich will selber den Fisch drillen.“
Als ich am nächsten Morgen gegen 8 Uhr aufwachte zog köstlicher Kaffeeduft in meine Nase, denn Thomas war schon auf und hatte eine Kanne gekocht. Schnell war ich aus dem Bett und ging auf die Terrasse, um mir eine Tasse Kaffee einzugießen. Über dem Wasser lag ein sanfter Nebel, der sich schon bald durch die warmen Sonnenstrahlen auflöste. Während ich über „meinen“ nächtlichen Fang nachsinnte, kam Klaus mit einer Tüte Brötchen um die Ecke. Als Heike ebenfalls wach war deckte ich den Frühstückstisch. Da Achim noch etwas müde war warteten wir bis kurz vor 10 Uhr, um dann gemeinsam auf der Terrasse zu frühstücken. Als die Sonne um die Ecke kam wurde es angenehm warm. Wir genossen die Wärme und die Stille und bedauerten es, dass wir am Nachmittag unsere Sachen packen und abreisen mussten.

Der Orbke See

Der Orbke See

Achim genießt die Sonnenstrahlen.

Heike nutzt die Zeit zum Lesen.

Der Orbke See

Der Orbke See

Gegen Mittag holte ich den Aal aus dem Köderfischeimer um ihn zu töten. Dafür hatte ich mir vor 14 Tagen einen Aaltöter angeschafft, den ich nun zum ersten Mal benutzte. Ich legte den Aal auf den Boden, wo er natürlich sofort versuchte zu entkommen. Nur mit Mühe schaffte ich es, ihn festzuhalten und auf den Boden zu drücken, um ihn mit dem Aaltöter zur Ruhe zu bringen. Das muss er mir wohl sehr übel genommen haben, denn als ich ihn für ein Foto hochhielt biss er mir plötzlich in den Finger ! Vor Schreck ließ ich den Aal fallen. Sofort machte er sich Richtung Wasser auf. Ich brauchte einige Minuten, bis ich ihn endlich fest in den Händen hielt und Achim mich fotografieren konnte. Als sich seine Nerven etwas beruhigt hatten und er nicht mehr so sehr zappelte, holte ich das Maßband. Er war 64 cm lang.

Uschis Raubaal 64 cm

Uschis Raubaal 64 cm

Klaus hatte er uns tags zuvor erzählt, dass es zwar auch Aale im See gäbe, aber das seien relativ kleine, mehr Schnürsenkel. Umso mehr staunte er, als er meinen Raubaal sah.

Uschi mit ihrem Raubaal von 64 cm.

Obwohl wir viele Fische im Wasser ausmachen konnten und ihnen an der Posenrute Maden, Würmer oder auch Mais anboten, biss keiner mehr an. Lediglich an meiner Feederrute, an dessen Haken ein Dendrobenabündel hing, biss mittags noch ein kleiner Barsch an.
Gegen 15 Uhr packten wir unsere Angelsachen ein und fuhren nach Hause.
Es hat uns so, obwohl wir insgesamt nur einen kapitalen Fisch fingen, so gut gefallen, dass wir gerne wieder einmal dort angeln würden.

Oerlinghausen, den 11.09.2005

Ein Wochenendtrip zum Neckar

Wallerangeln am Neckar bei Regen.

Am Freitag, dem 30. September 2005 fuhren wir zum dritten Mal in diesem Jahr an den Neckar. Da die Ferienwohnung in Rockenau gerade belegt war übernachteten wir in Zwingenberg in der Pension „Zur Wolfsschlucht“.
Die Hinfahrt verlief Erfolg versprechend, denn es schien die ganze Zeit über die Sonne und auch die Tagestemperatur war angenehm. Als wir gegen Mittag ankamen fuhren wir, nachdem wir unser Gepäck ins Zimmer gebracht hatten, ins Angelfachgeschäft Zöller, um Sabine zu begrüßen. Da wir sie nicht antrafen fuhren wir zurück zur Pension und kurz darauf suchten wir uns einen Angelplatz. Der Platz, an dem wir im Sommer geangelt hatten, war leider schon belegt, daher gingen wir ein Stückchen nach links und setzten uns praktisch unterhalb der Mauer der Straße, die in Zwingenberg einen Bogen macht und am Neckar entlang führt.

Am Neckar in Zwingenberg.

Am Neckar in Zwingenberg.

Der Wasserstand des Neckars war normal und es gab auch keine starke Strömung.
Achim probierte zum ersten Mal den Side Planer aus, den er sich vor unserer Reise besorgt hatte. Gespannt sah ich ihm zu, wie er ihn montierte und auswarf. Leider war die Strömung nicht stark genug, um ihn weiter zur Flussmitte zu treiben. In diesem Moment hätte uns ein Boot sehr geholfen die Montage weiter raus zu bringen.

Achim probiert seinen Sideplaner mit Wallerpose aus.

Der Sideplaner im Einsatz

Da wir noch keine Köderfische gefangen hatten bestückten wir die Haken mit Maden und Würmern. Ab und zu bekamen wir auch eine Meldung, aber wenn wir die Montage reinholten um den Köder zu kontrollierten, mußten wir feststellen, dass die Würmer ständig abgefressen waren. Nur richtig anbeißen wollte kein Fisch.
Gegen 23.30 Uhr beschlossen wir unsere Sachen einzupacken, da es anfing zu regnen. Zuerst holte ich meine Feederrute rein um festzustellen, dass der Köder schon wieder abgefressen war. An der Balzer-Kanalrute hatte ich einige Minuten vorher eine Meldung gehabt und es ging auch etwas Schnur von der Rolle, aber nachdem wieder Ruhe war, hatte ich mich nicht weiter darum gekümmert. Als ich sie in die Hand nahm spürte ich schon während des Einholens das sich etwas an der Montage war. Sicher war wieder ein Stückchen Astwerk hineingetrieben, dachte ich. Umso mehr staunte ich, als ich plötzlich einen Aal am Haken hängen sah. Er war zwar nicht besonders groß, so ca. 50 cm, aber immerhin hatte ich einen Fisch gefangen! Achim hatte leider keinen Erfolg.
In der Nacht hörten wir, dass es stärker anfing zu regnen. Als wir gegen 10 Uhr frühstücken gingen prasselte der Regen nur so vom Himmel. Da wir im Sommer mit Sabine Zöller ausgemacht hatten, dass wir einmal zusammen angeln wollten, wenn wir wieder am Neckar seinen, fuhren wir noch einmal zu ihr. Dieses Mal war sie auch im Laden.
„Wenn ihr wollt, dann angel ich heute abend mit euch. Aber der Wetterbericht hat für den ganzen Tag so ein schlechtes Wetter gemeldet. Da jage ich nicht einmal meinen Hund nach draußen. Aber, wie gesagt, wenn ihr es unbedingt möchtet, dann komme ich abends zu euch. Doch ob ihr einen Waller fangen werdet, ist ungewiß. Sie beißen im Moment nicht gut“, sagte Sabine.
„Ist nicht schlimm. Wir wissen selber noch nicht, ob und wenn ja wo wir heute angeln werden. Wir kommen ja am 22.10. wieder. Dann bleiben wir auch 10 Tage. Da wird es sich schon ergeben, dass wir einmal zusammen auf Waller gehen“, antwortete ich.
Als wir wieder an unserer Pension waren überlegten wir, wo wir angeln könnten. Im strömenden Regen wollten wir unsere Angelsachen nicht aufbauen. Also gingen wir noch einmal zu dem Platz, an dem wir tags zuvor gesessen hatten. Unter dem Vorsprung der Straße konnten wir sitzen ohne groß naß zu werden. Schnell zogen wir uns um und brachten wir unsere Angelsachen hin. Zwischendurch gab es immer wieder dicke Schauer, aber ab und zu ging der Regen auch in Nieselregen über. Gegen Abend zog sich jedoch der Himmel immer mehr zu. Rechts und links von unserem Platz schoss das Wasser von der Straße durch einen Abfluss runter, so dass unsere Rutentaschen und auch die anderen Angelsachen, die wir dort „sicher“ untergebracht hatten, bald weg zu schwimmen drohten. Etwas enttäuscht über das schlechte Wetter und das schlechte Beißverhalten der Fische packten wir gegen 21 Uhr unsere Sachen zusammen.

Regen ohne Ende und kein Fisch!

Wenigstens unter der Brücke sitzt man oder Frau ein wenig geschützt.

Noch ist Uschi guter Laune.

Die Wolken werden immer dichter....

....und der Regen immer stärker.

Bei diesem Regen will einfach kein Waller beißen.

„Hoffentlich sieht es morgen besser aus. Das wäre echt schade, wenn wir extra an den Neckar gefahren wären und dann nicht angeln könnten. Denn so wie heute macht es nun wirklich keinen Spaß“, meinte ich zu Achim.
Als ich am anderen Morgen gegen 8 Uhr wach wurde blickte ich zuerst aus dem Fenster. Gott sei Dank regnete es nicht mehr. Achim spürte wohl das ich am liebsten sofort ans Wasser gegangen wäre, denn er öffnete plötzlich die Augen und sagte: „Du kannst ja schon einmal versuchen ein paar Köderfische zu fangen.“
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Schnell schlüpfte ich in meine Angelkleidung, holte meine kleine 2,10 m Spinnrute aus dem Auto und ging über die Straße. An einer Stelle hatten wir immer wieder Döbel rauben sehen, also waren dort auch viele Lauben und Rotaugen. Auf die hatte ich es abgesehen. Ich montierte an einen 14er Haken 2 Maden und war die Spinnrute mit einer Wagglerpose bestückt aus. Kaum trieb die Pose weg, tauchte sie auch schon ab. Ich schlug an, um die Laube oder das Rotauge zu drillen. Doch schon beim Anschlagen bekam ich Panik. Die Rutenspitze neigte sich derart stark zum Wasser, dass ich dachte, die Rute würde gleich durchbrechen. Schnell erkannte ich, dass ich es mit einem starken Kämpfer zu tun hatte. „Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren. Mit dieser Rute und dieser Montage hast du doch schon einmal einen Aal gefangen“, redete ich mit mir. Als ich den Fisch am Ufer hatte, sah ich, dass es kein Aal sondern ein Döbel war, der sich auf die beiden Maden gestürzt hatte. „Oh Gott! Was mache ich jetzt bloß?“ dachte ich. Da ich es nur auf kleine Köderfische abgesehen hatte, hatte ich keinen Kescher mitgenommen. Mit einem Döbel von fast einem Pfund Gewicht hatte ich nicht bei weitem gerechnet! So gut ich konnte zog ich ihn am Ufer auf die Steinkante, wo er dann auch liegen blieb. Schnell packte ich ihn mir, entfernte den Haken und rannte mit dem Fisch in der Hand über die Straße. Draußen vor der Pension stand unser Köderfischeimer, wo ich ihn hineintat. Dann rannte ich zitternd und bebend ins Zimmer um Achim von meinem Überraschungsfang zu berichten.

Uschi mit ihrem Köderfisch.... ein schöner Döbel.

„Herzlichen Glückwunsch, mein Schatz. Aber warum hast du denn keinen Kescher mitgenommen? Du weißt doch, dass man den immer dabei haben muss“, sagte Achim zu mir, als ich ihm meine Geschichte erzählte.
„Ja, schon. Aber ich wollte doch nur Köderfische zwischen 10 und 20 cm fangen. Und die hätte ich auch ohne Kescher ans Ufer bekommen“, meinte ich kleinlaut.
Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten bauten wir unsere Angelsachen an der Stelle auf, an der wir gleich am ersten Tag gerne gefischt hätten. Dieses Mal war kein anderer Angel dort. Lediglich die zwei Wallerangler, die wir am Freitag schon beim Setzen ihrer Bojenmontage begrüßt hatten, waren dort. Sie hatten trotz des miesen Wetters von Freitag bis Sonntagmorgen an ihrer Angelstelle ausgeharrt. Über ihren Wels von 1,23 m waren sie jedoch nicht besonders erfreut. Sie hätten gerne einen größeren gefangen.
„So verschieden sind die Ansichten. Wenn ich einen Waller um einen Meter gefangen hätte, wäre ich vor Freude aus dem Häuschen“, meinte ich zu Achim.
Gegen Mittag begrüßte uns Sabine. Als ich ihr von meinem Überraschungsfang am Morgen erzählte, meinte sie, dass es kinderleicht wäre an der Stelle Döbel zu fangen. „Soll ich für dich mal schnell ein paar fangen“, meinte sie zu mir. „Aber gerne“, antwortete ich und reichte ihr meine Rute. Nach einer halben Stunde gab Sabine auf, denn es ging ihr kein Döbel an den Haken.

Auch Sabine hat kein Glück beim Stippen....

Auch den Döbeln scheint der viele Regen auf den Magen geschlagen zu sein!

Als es zu dämmern anfing schnitt ich aus dem Döbel Fischfetzen, in der Hoffnung, wenn schon keinen Waller, dann wenigstens einen Zander zu fangen. Zweimal hatte ich auch eine Meldung, aber beide Male ging der Anschlag ins Leere. Lediglich auf der Wurmmontage biss am Abend ein großes Rotauge. Bis Mitternacht warteten wir vergeblich auf einen Biss. Als es am anderen Morgen erneut zu regnen anfing entschlossen wir uns nach Hause zu fahren. Bei schönem Wetter wären wir noch einen Tag geblieben, aber danach sah es nicht aus.
Der Wunsch, einen Waller zu fangen, erfüllte sich bei unserem Kurztrip an den Neckar leider nicht. Doch es ist noch nicht aller Tage Abend. Ich freue mich schon auf nächsten Samstag, denn dann fahren wir erneut an den Neckar.

Oerlinghausen, den 15.10,2005

Abangeln 2005 am Gevattersee II in Minden

„Nur wenn das Wetter mitspielt fahre ich am 08.10.2005 zum Abangeln nach Minden“, sagte ich zu Achim. Das verregnete Wochenende zuvor am Neckar saß mir noch in den Knochen. Doch Petrus hatte ein Einsehen. Als wir uns morgens um 5 Uhr auf den Weg nach Minden machten war es zwar kalt, aber trocken. Und für den Tag war sogar Sonnenschein angesagt.
Wie immer waren die meisten Angelplätze rund um den Gevattersee schon belegt. Aber es gelang uns doch noch einen Platz zu bekommen. Heike und ich teilten uns eine Stelle. Rechts von uns saß ein Russlanddeutscher, daneben hatte Achim seinen Platz.
Als wir den Startschuss vernahmen war ich meine Forellenrute mit der Wasserkugel aus. Die zweite Teleskop-Forellen-Rute, die ich mir in Zwingenberg gekauft hatte, musste ich erst mit einer Pose bestücken. Ich habe überhaupt keine Probleme mit dem Auswerfen, wenn über und hinter mir keine Bäume stehen. Aber den Angelplatz, den Heike und ich uns teilten, war nicht mein Ding. Immer wieder hing ich mit der Montage in dem Baum rechts von mir. Immer wieder laut fluchtend befreite ich die Pose aus dem Geäst.
Während ich gerade wieder dabei war ein neues Vorfach an meine neue Forellenrute zu montieren, sah ich wie meine Wasserkugel abtauchte. Schnell legte ich die eine Rute zur Seite, nahm die andere in die Hand und schlug an. Die Forelle kämpfte stark. Ab und zu sprang sie regelrecht aus dem Wasser um den Haken abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht und schon bald lag sie im Kescher. Sofort war der Angler, der zwischen Achim und uns saß bei uns, um zu fragen, mit welchem Köder wir die Forelle gefangen hätten.
Kurz nach meiner ersten Forelle ging auch Heike eine an den Haken. Aber so richtig freuen konnte sie sich nicht, denn ihr war schon seit der Hinfahrt nach Minden übel gewesen. Außerdem hatte sie starke Kopfschmerzen und ihr war schwindelig. Deshalb überließ sie mir alleine unsere Angelstelle.
Während ich meinen Kaffee trank und dabei meine Wasserkugel und Pose beobachtete piepste mich Achim auf dem Walkie Talkie an. „Na, mein Schatz, habt ihr schon etwas gefangen?“
„Ja. Heike und ich haben beide eine Forelle“, antwortete ich. „Und du?“
„Ich habe noch keine“, antwortete Achim. „Aber an der Stelle, wo sie eingesetzt wurden, wird wie verrückt gefangen.“
Eine halbe Stunde später kam Achim zu uns, um sich Power Bait zu holen. Er hatte das Glas gerade in der Hand, als sein Bissanzeiger piepste. Sofort machte er sich auf den Weg zu seinem Angelplatz und schon bald lag die Forelle im Kescher. Dann war erst einmal eine Zeitlang Pause. Als ich Achim anpiepste um zu fragen, wie viele Fische er schon gefangen hatte, anwortete er kurz „Eine. Ich habe gerade wieder einen Biss.“ Bevor er bei seiner Rute war, hatte der Fisch schon reichlich Schnur von der Rolle gezogen und sich mit dem Köder Richtung Seemitte auf den Weg gemacht. Achim schlug an und versuchte den Fisch ans Ufer zu drillen. Dieser wiederum versuchte sich im Krautfeld vor seiner Angelstelle zu verstecken. Um sie aus dem Krautfeld zu befreien, musste er ins Wasser steigen. Dabei lief ihm das Wasser in die Stiefel. Mit nassen Füssen konnte er die Forelle von 50 cm, die immerhin 1,5 kg wog, kurz darauf keschern. Dann meldete er sich wieder bei mir über das Walkie Talkie um mir von seinem tollen Fang zu berichten.

Achim mit seiner schönen Regenbogenforelle von 50cm und 1500 Gramm

Nachdem ich ihm gratuliert und den großen Fisch bestaunt hatte, ging ich wieder an meinen Angelplatz. Heike hatte die Rückenlehne ihres Stuhles zurückgeklappt und sich etwas hingelegt, was ihrem Kreislauf gut tat.
Da es schon fast Mittag war und ich noch nicht gefrühstückt hatte, holte ich mir ein Butterbrot aus der Kühlbox. Ich biss gerade in mein Brot, als ich meine Wasserkugel abtauchen sah. „Musste das denn gerade jetzt sein“, dachte ich, legte mein Brot zur Seite und ging zur Rute. Ich hob die Rute, schlug an und drillte den Fisch ans Ufer. Dabei sah ich, wie sich die Wasserkugel meines Nachbarn ebenfalls in meine Richtung bewegte, denn unsere Montagen hatten sich verfangen. Nachdem ich die Forelle vom Haken befreit und versorgt hatte, mussten wir unsere Schnüre erst einmal entwirren. Als es mir nicht gelang und ich die Schnur von der Rute des Nachbarn durchschnitt, war er etwas ärgerlich. „Warum haben sie auch in meine Richtung ausgeworfen“, meinte er.
Plötzlich war Heike wieder voll da. „Was heißt in ihre Richtung geworfen? Die Wasserkugel ist abgetrieben. Sie sehen doch, dass wir uns diesen Platz teilen müssen. Sie dagegen haben einen für sich ganz alleine und angeln auch noch mit 3 Ruten. Wir können gerade mal jeder eine oder zwei auswerfen“, antwortete sie ihm.
Er sah sie nur kurz an, sagte nichts weiter und ging zurück an seinen Platz. Ihn ärgerte wohl, dass wir schon die dritte Forelle gefangen hatte und er immer noch keine.
Weil die Sonne so schön warm schien entschlossen wir uns noch etwas zu bleiben, in der Hoffnung ein paar weitere Forellen zu fangen. Achim gelang es auch noch eine dritte Forelle zu fangen, aber Heike und ich hatten keinen Erfolg mehr. Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Nachhauseweg.

Oerlinghausen, den 16.10.2005

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