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Angelerlebnisse 2002
Mein erster Hecht
Nachdem ich ja nun endlich meinen Angelschein besaß, wollte ich jede freie Minute am Wasser verbringen. Ich bin zwar von Natur aus eine Frau die leicht friert, aber wenn es zum
Angeln geht nehme ich ein leichtes Bibbern gern in Kauf. Und wenn dann noch die Rute geht, wird mir auch sofort warm, nicht nur ums Herz. 
Im Februar 2002 hatten wir bei der Mitgliederversammlung unseres Vereins erfahren, daß wir einen weiteren See beangeln dürfen: den Frillesee bei Minden.
Anfang April fand an unserem Vereinssee das gemeinsame Forellenangeln statt. Ich fing zwar an diesem Tag keine einzige, aber als wir über Ostern in Mollbergen an einem
Forellensee waren und mir zwei an den Köder gingen, die ich selbstverständlich auch landen konnte, war ich auf den Geschmack gekommen. (Übrigens schmecken sie ja auch sehr, sehr lecker)
Eines Tages überlegten Achim und ich, wo man – außer an unserem Vereinssee – ebenfalls Forellen angeln könnte. Da fiel uns der „neue“ Frillesee ein und wir dort hinzufahren.
Am See angekommen suchten wir uns eine schöne Stelle und packten unsere Angelsachen aus. Schon in einiger Entfernung von unserer Angelstelle sah ich einen
Fisch rauben. Ich beköderte eine meiner Ruten mit einem Tauwurm. Es vergingen vielleicht 15 Minuten, als das Glöckchen bimmelte. Schnell war ich an meiner Rute und schlug an. Eine Forelle hatte also den Tauwurm
genommen, dachte ich. Als die „Forelle“ in Sichtweite war, sagte ich zu Achim: „Ist das aber eine große Forelle!“ „Mein Schatz, das ist keine
Forelle, das ist ein Hecht“ war seine Antwort. Das konnte gar nicht sein. Ich sollte einen Hecht geangelt haben? Warum weiß ich
nicht (vielleicht habe ich früher zuviele Horrorgeschichten über Hechte gehört), aber irgendwie fürchtete ich mich davor Deshalb habe auch schon oft zu Achim gesagt, daß ich keinen Hecht angeln möchte. 
Aber als er nun vor mir im Kescher lag, war ich doch ganz stolz. Er geht zwar, was die Größe betrifft, nicht in die Rekordliste ein, aber mit seinen 58 cm,
1300 g konnte er sich schon sehenlassen.
Geschmeckt hat er übrigens auch super.
Hier das Rezept für Badischen Hecht:
1 Hecht (1,5 kg) Zitronensaft Satz Pfeffer
1 gepellte Zwiebel 1 tb Kapern 1 Sardellenfilet
1 bn Petersilie 200 g feste saure Sahne 1/8 l Weißwein 125 g geriebener Emmentaler
Den ausgenommenen Hecht schuppen, waschen, mit Zitronensaft säuern und 20 Min. ziehen lassen. Innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben. Zwiebel, Kapern, Sardellenfilet und Petersilienröschen im
Universalzerkleinerer hacken und mit der sauren Sahne verrühren. Den Wein in eine Auflaufform gießen. Den Hecht in Schwimmstellung in die Form setzen (Tasse in die Bauchhöhle, damit der Fisch steht).
Mit der Sahnemischung bestreichen und im Backofen garen. 15 Min. vor Ende der Garzeit mit Käse bestreuen. Schaltung: 160 - 180°, 2. Schiebeleiste v.u. 160 - 180°, Umluftbackofen 60 Minuten
Dazu Petersilienkartoffeln und einen grünen Salat reichen. 191 g Eiweiß, 74 g Fett, 19 g Kohlenhydrate, 6865 kJ, 1638 kcal.
Angelerlebnisse am Mittellandkanal
Die nächste „Begegnung besonderer Art“ hatte ich Anfang Mai am Mittellandkanal. Dieses Mal wollte ich unbedingt einen Aal
angeln. Achim hatte schon eine große und eine kleine Brasse auf Wurm gefangen (die kleinere behielt er für Fischfetzen und die
große setzte er wieder vorsichtig rein), aber an meinen Ruten tat sich immer noch nichts. Also entschloß ich mich den Aal mit
einem kleinen Stückchen von der Brasse zu locken. Kaum hatte ich den Köder ausgeworfen, als schon das Aalglöckchen heftig zu
bimmeln anfing. Ich wartete nur einen kleinen Moment und schlug bei der nächsten Meldung sofort an. Aber was ich zum Ufer
drillte war kein Aal – es war ein kleiner Zander.Mein erster Zander! Da jedoch immer noch Schonzeit für Raubfische war und er sowieso nur eine Länge von 35 cm hatte, setze ich ihn wieder rein.
Gegen Mitternacht wurde ich langsam müde, denn es tat sich nichts weiter. Das heißt, ich beobachtete einmal wie sich meine
Rutenspitze ein paar Mal langsam nach vorne bewegte, aber das Glöckchen gab keinen Ton von sich. Das sind bestimmt
Halluzinationen, dachte ich für mich. Eine halbe Stunde später sagte ich zu Achim, daß ich gerne nach Hause wollte und schon mal
meine Ruten reinholen würde. Vorsichtshalber (man kann ja nie wissen) schlug ich die Rute an, die sich vor einer halben Stunde
ganz langsam bewegt hatte. Da ich nicht damit rechnete, daß ein Fisch angebissen hatte, holte ich zügig die Schnur ein. Aber es
ging nicht so leicht wie sonst. „Irgendetwas ist in die Schnur geschwommen“, sagte ich zu Achim. Vorsichtshalber kam er jedoch
mit dem Kescher zu mir. Das war auch gut so, denn als ich die Schnur fast eingeholt hatte, sah ich , daß ein Aal am Haken hing.
Er hatte sich still und heimlich an dem Tauwurm zuschaffen gemacht. „Das gibt es doch gar nicht! Jetzt auch noch ein Aal“ sagte
ich zu Achim. Mein erster Aal. Da er die erforderliche Länge von 50 cm hatte, nahm ich ihn auch mit.
Endlich war es soweit: der 1. Juni war da und am Kanal durfte man wieder auf Raubfisch angeln. Am 06.06. rief ich Achim aus
dem Büro an und fragte, ob er nicht auch Lust zum Angeln hätte. „Ja, das können wir machen“, meinte er und so saßen wir eine
Stunde nach Feierabend im Auto und fuhren wieder zum Kanal. An eine meiner 3 Ruten montierte ich eine kleine Pose und am
14er Haken spießte ich 2 Maden auf, denn wir wollten erst einmal ein paar Köderfische fürs Zanderangeln fangen. An den
anderen beiden Ruten hatte ich Gartenwürmer und einen Tauwurm als Köder angebracht. Dann rüstete ich die Posenangeln um
und legte sie mit einem Regenwurm und zwei Maden auf Grund. Es dauerte nicht lange und ich hatte eine Meldung. Doch es war
nur eine kleine Brasse. Trotzdem behielt ich sie um später, wenn die Sonne untergegangen war, mit Fischfetzen auf Aal und Zander zu gehen.
Die Tage davor war es recht warm gewesen, aber heute war es schwül und der Wetterbericht hatte Regen und Gewitter vorhergesagt. Gegen 22 Uhr fing es dann auch
zu nieseln an, aber von einem Gewitter war gottseidank nichts zu merken. Jetzt waren wir fast 5 Stunden hier und ich hatte Achim gegenüber schon ein schlechtes Gewissen,
weil ich ihn quasi überredet hatte mit mir zum Angeln zu fahren und sich überhaupt nichts tat. Jeder von uns hatte seine 3 Ruten mit den verschiedensten Ködern (Regenwurm,
Tauwurm, Fischfetzen, Maden) im Wasser, aber die Fische wollte einfach nicht beißen. „Wenn sich bis jetzt nichts getan hat, dann tut sich auch in den nächsten Stunden nichts“, meinte ich zu Achim. „Warts ab
!“ antwortete er. Also blieben wir noch. Ich war schon etwas müde und döste vor mich hin, als ich plötzlich durch das Aalglöckchen aus meinen Träumen gerissen wurde. „Das ist die Rute, an der ich einen Fischfetzen
habe“, sagte ich zu Achim und war sofort bei meiner Rute. Einen Moment war es still, dann meldete sich wieder das Glöckchen. Achim
stand mit dem Kescher an meiner Seite und sagte: „Wenn er zieht, gib ihm ruhig Schnur“. Und wie der zog! Als ich ihn endlich so
nahe am Ufer hatte, daß wir erkennen konnten, um was es sich handelte, sahen wir daß es ein Zander war. Ein Zander von 55 cm
Länge und 1,3 kg! Ein wunderschöner Fisch. Meine Freude war groß. Das Warten hatte sich also doch gelohnt.
Sofort bestückte ich die Rute mit einem neuen Stücken Fischfetzen und auch an die zweite, an der ich vorher Regenwürmer hatte,
brachte ich als Köder einen kleinen Fischfetzen an. Aber leider biß kein weiterer Fisch mehr an.
Angeln im August 2002
In diesem Jahr fuhren wir wieder nach Töging ins Altmühltal zum Angeln. Wir hatten schon Ende letzten Jahres nachgefragt, ob die
Ferienwohnung im Juli bzw. August frei sei, denn es hatte uns bei Familie Daubner so gut gefallen, dass wir gerne wieder bei ihnen
wohnen wollten. Im Januar rief Frau Daubner an und teilte uns mit, dass die Wohnung in der Zeit vom 4. bis 24. August frei sei und wir sie gerne haben könnten.
Je näher unser Urlaub kam, umso aufgeregter wurde ich. Endlich konnten wir wieder angeln wann, wo und so lange wir wollten.
Die Ferienwohnung liegt ja auch sehr günstig. Mit dem Auto sind es zwischen 5 und 10 Minuten bis zur Angelstelle, je nachdem, wo man angeln möchte. 
Gleich am Montagmorgen kauften wir unsere Angelscheine und um 14 Uhr saßen wir auch schon am Altarm der Altmühl, kurz bevor sie in den Main-Donau-Kanal einmündet. Es dauerte keine Stunde und ich hatte
meinen ersten Zander von 50 cm Länge am Haken. Als Köder hatte ich eine tote Laube von ca. 10 cm genommen.
Achims Bruder Dieter hatte mit seiner Familie eine Ferienwohnung in Dietfurt gemietet. Stefan, Achims Neffe, angelt ebenfalls und er hatte uns letztes Jahr für einen
Tag (sein Vater musste geschäftlich nach Ingolstadt) in Töging besucht. Als wir damals von unseren vielen und auch aufregenden Fängen berichteten, wollte er dieses Jahr mit uns zusammen angeln. Um ihm
diesen Wunsch zu erfüllen, fuhren seine Eltern mit seiner Schwester und ihm für eine Woche ins Altmühltal. Leider gingen uns in der ersten Woche, in der Stefan da war, keine
Raubfische an den Haken. Dabei hatte es doch so gut begonnen! Stefan fing am 3. Tag in der Altmühl eine große Brasse. Am nächsten Tag versuchten wir es in Griesstetten am
Altwasser, wo wir sonst nur zum Köderfische fangen hinfuhren. Im Altwasser sind zwar viele Karpfen und Rapfen und auch ein
paar Hechte konnten wir beim Rauben beobachten, aber Karpfen wollten wir an diesem Tag nicht fangen und die Rapfen und Hechte machten sich nichts aus unseren Blinkern und Twistern.
Ich vermute, dass die schlechte Wetterlage, die in den angrenzenden Ländern zuerst zu Überschwemmungen führte und dann auch das Donau- und Elbegebiet
in der BRD erfaßte, wohl dazu beigetragen hat, dass die Fische nicht so gut bissen wie sonst.
Als Dieter mit seiner Familie am Wochenende abreiste, war die Donau bei Kehlheim über die Ufer getreten. Den Biergarten im Klosterweltenburg konnte
man nicht besuchen, denn auch dort standen die Straßen unter Wasser. Auch die Altmühl schwellte an und durch das Öffnen des Wehrs floss viel Wasser in
den Kanal so dass es durch die starke Strömung nicht möglich war dort zu angeln.
Also überlegten wir, wo wir sonst noch hinfahren konnten. Am Morgen hatte unser Vermieter uns erzählt, dass sein Schwager am
Abend zuvor gegen 19 Uhr innerhalb einer Viertelstunde zwei Zander von 6 und 7 kg gefangen hätte. Zuerst wollte er uns nicht
verraten, wo sein Schwager geangelt hatte, aber dann erzählte er uns, dass er hinter der Dietfurter Schleuse in Richtung Ottmaring
gewesen sei. Das klang so vielversprechend, dass wir es dort auch versuchen wollten. Wir setzten uns ins Auto und fuhren los. Ich
hatte schon die Befürchtung, dass dort mehrere Angler wären und wir keinen guten Platz bekämen. Aber wir waren weit und breit
die einzigen. Auf der gegenüberliegenden Seite sahen wir auch schon bald einigen Raubfische beim Jagen zu. Achim fing zwar
gegen 15 Uhr einen Barsch von 15 cm, aber ansonsten ging uns kein Fisch ins Netz. Als es gegen 22 Uhr zu regnen anfing packten wir ein.
Am nächsten Tag (Sonntag, 11.08.) war es
morgens zwar bedeckt, aber trocken. Gegen 14 Uhr fuhren wir erneut zum Kanal bzw. zur Schleuse, aber dieses Mal auf die andere Seite des Kanals.
Um 15 Uhr ging Achim ein schöner dicker Aal von 73 cm und 800 g an den Tauwurm-Köder.
Schon als wir ankamen fing es zu nieseln an und als der Regen bis zum Abend immer stärker wurde und sich nichts weiter tat, packten wir um 19 Uhr unsere Sachen wieder ein und fuhren in
unsere Ferienwohnung.
Am Montag war es den ganzen Tag bewölkt, aber trocken. Um 16.30 Uhr fuhren wir ans Altwasser nach Griesstetten um auf Karpfen zu angeln. Jeder hatte seine zwei Ruten mit
Bolies bestückt. Eine ¾ Stunde später nahm der erste Karpfen einen roten Bolie, aber als Achim anschlug war der Fisch weg. Gegen 19 Uhr bimmelte das Glöckchen an der Achims Rute mit dem grünen Bolie. Der Fisch nahm sofort 30 m Schnur, aber dieses Mal saß sein Anhieb. Der Karpfen wehrte sich gewaltig, aber nach 15 Minuten hatte Achim ihn im Kescher. Der Spiegelkarpfen war
ca. 70 cm lang und 7 kg schwer. Es vergingen vielleicht 20 Minuten, als das Glöckchen an meiner Rute ging. Ich hatte ebenfalls einen grünen Bolie als Köder angebracht. Auch dieser Karpfen nahm reichlich Schnur.
Ich schaltete den Freilauf aus, schlug an und machte in meiner Aufregung (weil der Fisch weiterhin viel Schnur nahm) den Fehler die Bremse zu fest zu stellen. Ergebnis: Das
Vorfach riss ab und der Fisch war weg! Achim meinte im Nachhinein, dass dieser
Karpfen noch größer und schwerer als seiner gewesen sein müsste. Nun, ich ärgerte mich zwar über meine Dusseligkeit, aber sooo gerne wollte ich nun doch keinen Karpfen
angeln, denn der vom letzten Jahr schmeckte nicht besonders gut. Und ich angle am liebsten Fische, die ich auch verwerten bzw. essen kann.
Als wir am Donnerstag (15.08.) erneut zur Schleuse nach Ottmaring fuhren fingen wir 3 Barsche. Der erste ging um 18 Uhr an Achims Angel und war 34 cm lang und 480 g schwer. 5
Minuten später hatte er erneut einen Barsch dran. Dieser war etwas kleiner, nämlich 30 cm. Weitere 5 Minuten später hatte auch ich einen Barsch von 36 cm und 600 g am Haken. Alle drei Barsche
bissen auf Tauwurm.
Am Montag (19.08.) führte die Altmühl nicht mehr Hochwasser, so dass wir es erneut an unserer „alten“ Stelle versuchen wollten. Nur gingen wir dieses Mal direkt bis zur Spitze, d.h. zur
Einmündungsstelle in den Kanal. Die starke Strömung der Altmühl hatte zwar nachgelassen
und wir sahen auch hier viele Fische springen und rauben, dennoch fingen wir nichts.
Am Dienstag war es sehr heiß und wir beschlossen einen Ausfluss mit dem Cabrio zu machen. Ziel waren der Große Brombachsee, der Kleine
Brombachsee und der Altmühlsee. Danach fuhren wir nach Gunzenhausen um in der Gaststätte „Im Leuchtturm“ eine Kleinigkeit zu essen. Achim war mit seinen Freunden schon Ende Mai bei ihrer Fahrradtour im Altmühltal
dort gewesen. Auf der Rückfahrt nach Dietfurt fuhren wir an der Anlauter lang. Auf der ganzen Strecke gab es früher sehr viele Mühlen.
Am Mittwoch (21.08.) hatte sich das Wetter wieder geändert. Es war nicht mehr so heiß, „nur“ 24° und bewölkt. Als wir in Ottmaring am Kanal saßen
kamen die ersten Regenschauer und in der Ferne grollten die Donner. Um 17 Uhr fing Achim wieder einen kleinen Barsch (dieses Mal war er nur 20
cm lang) und eine halbe Stunde später erneut einen von 23 cm. Beide hatten auf Rotwürmer gebissen. Schon seit Tagen versuchte Achim mit seiner Schwingspitzen-Rute, an der er eine kleine tote Laub als
Köder anbot, einen Zander zu fangen. Er warf etwas um die Büsche herum, wo ein Fisch ständig am Rauben war. Um 18.15 Uhr
hatte er eine zarte Meldung. Einen Moment später nahm der Fisch mehrere Meter Schnur um auszureißen. Als Achim den Fisch gelandet hatte, war es wieder kein Zander – aber ein schöner Hecht von 60 cm Länge!
Am nächsten Tag schien wieder die Sonne und es war 26° warm. Nachmittags fuhren wir noch einmal zum Angeln. Wir wollten bis Mitternacht in Ottmaring bleiben, denn am
nächsten Tag mussten wir wieder unsere Koffer packen und abends noch einmal schön Essen gegen. Gegen 17 Uhr hatte ich innerhalb von 15 Minuten 2 Barsche gelandet. Beide
waren ca. 35 cm groß und bissen auf Tauwurm. Der Fischereiaufseher, den wir schon vom letzten Jahr kannten, kam mit seinem Fahrrad an unserer Angelstelle vorbei und wir
unterhielten uns über eine Stunde lang. Als er sagte, dass seiner Meinung nach unsere „alte“ Stelle im Altwasser, Einmündung Kanal besser sei, als diese hier, wollte ich unbedingt dort
noch hin. Es war schon 20.30 Uhr, als wir unsere Angelsachen packten und den Platz wechselten. Es gab auch einige Überraschungen an der alten Stelle. Dieses Mal bissen alle
möglichen Weißfische auf Tauwurm bzw. Rotwurm. Kaum war der Köder im Wasser, ging der Bissanzeiger. Leider fingen wir aber keinen Zander oder Aal. Im letzten Jahr hatten wir
dort einen Wels gefangen und unsere Hoffnung war groß, auch in diesem Urlaub einen, vielleicht sogar größeren, an den Haken zu bekommen. Wer weiß, vielleicht hätte es ja noch
geklappt. Aber unser Urlaub war nun einmal leider zu Ende.
Der kleine Dieb
Am 1. November 2002 wollten wir mal wieder zum Angeln fahren. Ich möchte schon seit langem mal wieder eine Barbe fangen,
denn der Drill ist immer sehr aufregend und schmecken tut sie auch sehr gut. Die Woche zuvor hat es jedoch sehr gestürmt und
geregnet, so dass es nicht möglich war, in der Weser zu angeln. Also fuhren wir zum Mittellandkanal, wo wir gegen 13 Uhr
ankamen. Hier hatten wir schon des öfteren einen Zander und auch viele Barsche geangelt. Vorsichtshalber hatten wir von zuhause
mehrere kleine eingefrorene Rotfedern mitgenommen, die wir als Köder anbieten wollten. Das war auch gut so, denn weit und
breit waren keine Köderfische auszumachen. Wir durften jeder mit 3 Ruten angeln und bestückten sie mit Maden, Tauwurm,
Aalstückchen und Köderfisch. Nachdem ich meinen Köderfisch an der Schwingspitzenrute schon mehrmals aufgeworfen hatte
und sich immer noch nichts tat, wurde ich etwas ungeduldig. Die letzten Male hatten die Zander, die ich gefangen habe, auch nur
auf Fischfetzen reagiert und so holte ich die Rute wieder rein und nahm den Köderfisch ab. Das etwas größere Rotauge zerschnitt
ich auf dem neben meinem Stuhl liegende Holzbrettchen in mehrere Teile und machte nun einen Fischfetzen an den Haken. Wieder
wartete ich geduldig, ohne das sich etwas tat. Kurz nach 21 Uhr rief Christian auf Achims Handy an und fragte ihn, ob wir schon
etwas gefangen hätten. „Nein. Hier ist tote Hose. Es tut sich absolut nichts. Nicht einmal einen Zupfer hatten wir bisher.“ Kaum
hatte Achim das Handy weggelegt, piepste mein elektronischer Bissanzeiger. Sofort lief ich zu meiner Rute hin und nach einiger Zeit hatte ich einen kleinen, aber mäßigen Zander im Kescher.
Wo einer ist, das sind auch mehrere, meinten wir. Achim bat mich, doch ein paar Köderfische zu zerschneiden, um sie als
Lockmittel ins Wasser zu werfen. Ich holte aus der Kühlerbox zwei heraus und zerschnitt sie. Außerdem zerteilte ich auch noch
den restlichen Aal in kleine Stückchen. Ich gab sie Achim, nur die etwas größeren Fischfetzen ließ ich auf dem Brettchen liegen.
Nachdem er alles dorthin geworfen hatte, wo er unsere Haken vermutete, holte er eine seiner Ruten, die mit Aalfetzen bestückt
war rein. Er ging neben meinen Stuhl um sich vom Brettchen einen Fischfetzen zu holen und diesen an den Haken zu machen.
Erstaunt sah er mich an und fragte: „Hast du mir alle Fischfetzen gegeben? Du wolltest doch ein paar übrigbehalten.“ „Da liegen
doch noch 3 oder 4“, antwortete ich ihm. Aber als mein Blick auf das Brettchen fiel war es leer, absolut leer. „Das kann doch gar
nicht sein! Ich habe extra die größeren Stücke liegengelassen“, meinte ich verwundert. Ich setze mich wieder in meinen Stuhl und
wollte im Licht meiner Kopflampe meinen Krimi weiterlesen. Es war mir ein Rätsel, wohin die Fischfetzen gekommen sein könnten
. Gegenüber von meinem Stuhl führt eine Steintreppe in den Kanal. Gedankenverloren schaute ich auf und sah in die leuchtend
roten Augen einer kleinen Ratte. „Aha, das Rätsel ist gelöst. Schau mal wer hier kommt“, sagte ich zu Achim. Die kleine
posierliche Ratte rannte an mir schnurstracks vorbei in Richtung Brettchen. Als sie sah, dass dort nichts mehr zu holen war, drehte
sie sofort wieder um und rannte Richtung Kanalufer. Doch einen Moment später war sie wieder da. Das ging einige Male so, bis
ich in die Kühlbox griff und ein Wurstbrot, welches von unserem Abendessen übrig geblieben war, herausholte. Ich warf ein paar
Brocken auf das Brettchen und schon war unser kleiner Gast wieder da und holte sich eins. „Die legt sich einen Vorrat an“, meinte
Achim. „Wollen wir die nicht mitnehmen? Die ist ja so zutraulich und auch hübsch. Schau mal, was für einen schönen hellen Bauch
sie hat.“ Ich ging auf seinen Spaß ein und antwortete: „Wie willst du die denn fangen?“ „Ganz einfach. Du holst nimmst einen
Köderfisch, machst einen Haken mit Vorfach dran und legst ihn aufs Brettchen. Wenn sie dann wiederkommt und den Fisch im Maul hat, schlägst du wie beim Angeln an – und schon haben wir sie.“
Unser kleiner Gast hat uns bis wir gegen 1.30 Uhr einpackten immer wieder besucht und sicher gemeint, Weihnachten wäre
vorverlegt, als er, nachdem wir eingepackt hatten und ich ihm die restlichen Köderfische hinlegte.
Gefangen haben wir an diesem Tag nichts mehr. Aber es war trotzdem ein schönes Erlebnis. Ob ich auch so reagiert hätte, wenn
das unsere letzten Köder gewesen wären, kann ich nicht sagen. Ich glaube eher, nein.
Den Zander haben wir dann am folgenden Tag zubereitet. Hier das Rezept:  Einfach lecker!
Zander auf Blattspinat
Zutaten:
1 küchenfertiger Zander, ca. 1,3 kg Salz Pfeffer 4 EL Zitronensaft 4 EL Olivenöl 1 kg Spinat
1 Zwiebel 1 Knoblauchzehe 30 g Butter oder Margarine 250 ml Schlagsahne 2 Gläschen trockener, weißer Wermut
Den Zander waschen, trockentupfen, die Hautseiten links und rechts mit einem scharfen Messer mehrfach einritzen. Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Olivenöl verrühren. Den Fisch mit dieser Mischung innen und außen
einpinseln und ca. 30 Minuten im Kühlschrank marinieren. Den Zander in Schwimmstellung (Tasse in die Bauchhöhle setzen) in eine feuerfeste Form setzen und im Backofen garen, dabei immer wieder mit
der restlichen Marinade bestreichen.
Schaltung: 160 – 180 Grad, Elektroherd, 2. Schiebeleiste v.u. 160 – 180 Grad , Umluftherd
Backzeit: 50 – 60 Minuten
Zubereitungszeit: 40 Minuten
Spinat putzen und gründlich waschen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und im Fett glasig dünsten. Spinat tropfnaß dazugeben und zusammenfallen lassen. Die Sahne und den Wermut dazugießen und mit
Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Den fertigen Zander zusammen mit dem Spinat und Kartoffeln servieren.
Ein neuer Verein – ein neues Gewässer
In unserer Tageszeitung stand vor einigen Tagen ein Artikel des ASV Dalbke e.V.. In dem Artikel stand u.a., dass viele Angler
und auch andere Besucher an den vom Verein gepachteten Seen ihren Dreck und Unrat liegen lassen, wenn sie wieder gehen.
Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht und manchesmal den Abfall von Leuten mitgenommen, die ich nicht kannte. Aber
ich möchte nicht, dass bei einer Kontrolle der Verdacht auf mich fällt, denn ich verlasse meine Angelstelle immer ordentlich und
sauber. Am Ende des Berichtes stand, dass der Verein gerne weitere Mitglieder aufnimmt, jedoch keine „Kochtopfangler“. Achim
und ich hatten schon seit längerem nach einem Angelverein in unserer Nähe gesucht, denn wir würden gerne mal nach Feierabend
für ein paar Stunden zum Angeln fahren, jedoch lohnt es sich nicht, wenn wir schon mehr als eine halbe Stunden Fahrtzeit
brauchen, bis wir am Wasser sind. Der Name des Sees (Sennesee) in dem Zeitungsbericht sagte mir bzw. uns überhaupt nichts.
Wir schauten auf dem Städteatlas nach und fanden ihn auch sofort. „Das ist ja ganz in der Nähe“, meinte ich zu Achim. „Wäre es nicht toll, wenn wir dort angeln könnten?“
Da der Name des Sportwarts im Bericht angegeben war, suchte ich im Telefonbuch die Nummer heraus und rief ihn spontan an.
Meine erste Frage war natürlich, was wir unter „Kochtopfangler“ zu verstehen hätten. Ob er damit meine, dass die gefangenen
Fische wieder reingesetzt werden sollten um nicht im Kochtopf zu landen. „Nein“, antwortete er, „damit sind die Leute gemeint,
die keine Rücksicht auf Fangbegrenzungen oder Schonzeiten nehmen. Leute, die einfach alles mitnehmen, was sie an die Angel
kriegen.“ Wir unterhielten uns noch eine Weile und erfuhren , dass der Verein auch den Südstadtsee in der Sennestadt gepachtet hat.
Achim und ich fuhren gleich am nächsten Tag zum Sennesee. Obwohl es schon kurz vor Wintereinbruch war, welches die Landschaft in ein trübes Grau und Mischmasch von Farben tauchte, machte
der erste Anblick des Sees einen positiven Eindruck auf uns. Wie schön muß es hier erst im Frühjahr und Sommer sein, dachte ich. Auch die Entfernung von zuhause sprach uns zu, schließlich sind es nur
7 km bis zum Sennesee.
Wir beschlossen uns fürs nächste Wochenende eine Tageskarte für den See zu holen.
Diese erhält man beim Fangplatz (Inh. Dirk Pentalski), Steinbruchstr. 1 in Oerlinghausen (Tel. 05202/1849) Unser Angelfachgeschäft in Oerlinghausen:.
Leider mußten wir dort erfahren, dass das Angeln am See nur in Begleitung eines Vereinsmitgliedes erlaubt ist. Einerseits fand ich
das sehr schade (denn nun konnten wir doch nicht dort angeln), andererseits finde ich es gut, denn so besteht die Gewähr, dass der Gastangler in Begleitung des Vereinsmitglieds sich richtig verhält. Da es beim Fangplatz Aufnahmeformulare für den ASV Dalbke gab, nahmen wir diese erst einmal mit. Am Sonntag drehte sich unser
Gesprächsthema nur um den neuen Verein. Die Aufnahmegebühr beträgt 100 € und die Jahresgebühr 125 €. Das sind für 2 Personen 450 €!
Außerdem stand noch die Bezahlung des Jahresbeitrages 2003 im Mindener Verein bevor, dem wir weiterhin angehören wollten. Wir überlegten hin und her, was wir machen sollten. Dann kam Achim die Idee, dass wir uns
gegenseitig den Vereinseintritt als Weihnachtsgeschenk machen könnten. Eine tolle Idee! Am Montagmorgen waren die Formulare ausgefüllt und in den Briefkasten gebracht. Einen Tag später rief der Vorsitzende bei Achim
an und fragte ihn, ob wir sofort in den Verein aufgenommen oder bis zum 01.01.03 warten wollten. Natürlich wollten wir sofort die Möglichkeit zum Angeln haben. Zwei Tage später hielten wir unsere
Papiere nebst einer Einladung zur Jahreshauptversammlung in der Hand. Am Samtag, dem 16.11.02 saßen wir gegen 14 Uhr dann zum ersten Mal an „unserem“ neuen See in
Stukenbrock. Wie bei jedem neuen Gewässer muß man die richtigen Stelle n erst ausfindig machen. Wir fingen beide nichts, aber das besagt nicht viel. Schneidertage kennen wir auch von anderen
Angeltagen. Abends um 19 Uhr fand dann die Jahreshauptsversammlung in der Sennestadt statt. Ich fand es schön, gleich zu Beginn der Mitgliedschaft einige der anderen Angler kennenzulernen. Wie es scheint
, herrscht in dem ASV Dalbke ein freundschaftliches Klima und auch die gemeinsamen Veranstaltungen müssen ihnen sehr viel Spaß machen. Es findet u.a. ein Vereinsangeln am Sennesee und Südstadtsee statt.
Außerdem gibt es noch ein Königsangeln und ein Nachtangeln. Die Fänge waren in diesem Jahr bei den gemeinschaftlichen Veranstaltungen wohl nicht sehr groß ausgefallen, wie wir hörten, doch das störte keinen, denn es
kam auch mehr auf das Zusammensein und die Geselligkeit an. Da es für den Sieger einen Pokal gibt und ich die erste Frau im
ASV Dalbke bin, meinte jemand der Mitlieder, dass der Verein ja jetzt noch einen Frauenpokal anschaffen müsste. Wenn das
ernsthaft gemeint gewesen wäre, wäre ich damit ganz und gar nicht einverstanden gewesen. Schließlich meine ich von mir
behaupten zu können, dass ich mich mit den männlichen Anglern messen kann, wie meine Fänge beweisen. Aber es war ja auch nur scherzhaft gemeint.
Eine etwas ungewöhnliche Art einen Fisch zu fangen
Bevor das Jahr zu Ende ging wollten wir noch einmal zum Angeln fahren. Eigentlich wären wir heute morgen lieber im Bett
geblieben, denn wir hatten bis ca. 3 Uhr in der Nacht in den Geburtstag meiner Schwester hineingefeiert und einen leichten Kater.
Aber nach einer Tasse starken Kaffee und einer Aspirin verschwand er bald wieder. Außerdem hatten wir tags zuvor schon
Maden und Würmer eingekauft, die darauf warteten, als Köder angeboten zu werden. Wir packten also unsere Sachen, nahmen
vorsichtshalber noch 3 Köderfische aus dem Gefrierschrank mit und starteten so gegen 14 Uhr in Oerlinghausen.
Als wir auf der Autobahn über die Weserbrücke kamen, sahen wir, dass der Fluss immer noch einen erhöhten Wasserstand
aufwies und die Ufer größtenteils überschwemmt waren. Das Angeln vom Ufer aus war deshalb immer noch nicht möglich. Ich
fand das sehr schade, denn es war sozusagen die letzte Möglichkeit in diesem Jahr dort auf Zander und Hecht zu angeln. Die
Schonzeit in NRW ist laut Fischereiverordnung für Hecht vom 01.2. bis 15.04. und für Zander vom 01.04. bis 31.05. festgelegt,
aber der FV Minden hat sie für beide Fische auf der Weser auf den 01.01. vorverlegt und bis zum 30.06. verlängert. Nur im Mittellandkanal und Hafen dauert die Schonzeit nicht so lange, nämlich vom 15.02. bis 31.05.
Also entschlossen wir uns zum Industriehafen zu fahren und dort unser Glück zu versuchen.
Die Wetterlage hatte sich in den letzten Tagen ständig verändert, mal waren es unter 0° C., dann wieder um die 10° C. Ob da die Fische überhaupt beißen würden?
Im Industriehafen trafen wir 2 Angler an, die jedoch schon bald wieder ihre Sachen einpackten, weil nichts biss. Im Hafenbecken
selbst, also an der Stelle, wo wir am liebsten angelten, schwammen noch viele Eisschollen auf dem Wasser, die das Werfen nur
beschränkt möglich machten Aber ein Stück weiter nach links war das Wasser eisfrei und deshalb bauten wir nach kurzer Überlegung dort unsere Ruten auf.
Es war so kurz vor 17 Uhr, als ich mit meiner Schwester telefonierte und sie mich fragte, ob wir schon etwas gefangen hätten.
„Hier tut sich absolut nichts. Nicht einmal einen Weißfisch kriegen wir ran“, antwortete ich. Ich beendete das Gespräch und
bestückte meine Grundrute erneut mit einem Madenbündel. Immer optimistisch bleiben, dachte ich bei mir. Ich warf die Rute aus
und als das Blei auf dem Boden war, zog ich die Schnur etwas stramm. Dann ging ich zu meinem Stuhl und setzte mich. Als ich zu
der Rute hinübersah, bemerkte ich, dass sich die Spitze sehr nach unten gebogen hatte. Ich ging noch einmal hin, gab etwas mehr
Schnur, so dass die Spannung aus der Spitze verschwand. Dann setzte mich wieder auf meinen Stuhl. Ich zündete mir eine
Zigarette an und sah unentwegt zu meiner Grundrute rüber. „Irgendetwas stimmt damit nicht“, dachte ich. „Vielleicht habe ich
einen Hänger. Ich hole sie lieber rein und werfe neu aus“. Ohne anzuschlagen nahm ich die Rute hoch und holte die Schnur ein.
Anfangs ging es sehr leicht, doch mit einem Mal spürte ich einen Widerstand. Ich drillte ruhig weiter, als sich die Schnur erst nach
rechts und dann wieder nach links bewegte. „Achim, komm mal. Ich glaube, ich habe etwas dran“, rief ich meinem Mann zu. Er
kam sofort mit dem Kescher zu mir und sagte: „Ganz ruhig bleiben und weiterdrillen“. Nun spürte ich es deutlich, dass ich einen
Fisch am Haken hatte. Als ich ihn fast am Ufer hatte sagte Achim zu mir: „Das ist ein Zander“. „Einen Zander auf Maden? Das
kann doch gar nicht sein!“, antwortete ich ihm. „Bleib ruhig und sei leise“. Der Fisch zog sehr stark und nahm immer wieder
Schnur. Beinahe hätte ich wieder den Fehler gemacht und die Bremse zu fest eingestellt, aber Achim sah es sofort und hielt mich
davon ab. Es dauerte nicht mehr lange und er hatte den Fisch im Kescher. Jetzt sah auch ich es. Es war wirklich ein Zander. Ein
Weihnachtszander! Er war zwar nicht sehr groß sondern hatte „nur“ das Mindestmaß von 50 cm (wann erwische ich endlich mal
einen größeren?), aber immerhin hatte ich an diesem Tg einen Zander gefangen. Ich betäubte den Fisch und wollte nun den Haken aus seinem Maul lösen. Aber wo war
der Haken? In seinem Maul war keiner zu sehen. „Guck dir mal an, wo der gehakt hat“, sagte jetzt Achim zu mir. Und nun sah ich es auch. Der Haken mit den Maden
steckte in der linken Bauchseite! Der Zander hatte also nicht auf die Maden gebissen, sondern musste am Grund gestanden und den Haken in die Seite kommen haben, als
ich die Schnur nach dem Auswerfen strammzog. Das erklärt, warum sich die Rutenspitze danach sofort so stark nach unten bog. Ich nehme an, dass er am Grund
gestanden hatte, wo ihn der Haken nach dem Auswerfen traf. Vielleicht hat der Zander es gar nicht gemerkt, dass ein Haken in seiner Seite steckte oder aber er war
zu träge und hatte deshalb nicht sofort einen Fluchtversuch unternommen.
Das mussten wir im Bild festhalten, weil es uns sonst keiner glaubt. Als das Foto gemacht und der Fisch versorgt war, meinte ich spaßeshalber zu Achim: „Ich muß
gerade daran denken, wie ich den Hecht „zufällig“ mit einem Tauwurm gefangen hatte und nun diesen Zander mit Maden. In Zukunft werde ich nur noch auf diese
merkwürdige Art fangen. Alles andere ist es doch langweilig. Meine neuen Methoden sind eindeutig fängiger!“
Leider ist das Foto, welches wir im Industriehafen von dem Zander gemacht hatten, nichts geworden! Also holten wir das Foto
mit dem Weihnachtszander an nächsten Morgen unter dem Weihnachtsbaum nach.
28. Dezember 2002
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