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Pharaonen

Ramses II.

Ramses II, auch "der Große" genannt, hat sich diesen Namen wirklich verdient. Er wurde mit 25 Jahren König von Ägypten und regierte etwa 67 Jahre lang dieses Reich. Von keinem anderen Pharao sind uns so viele Bauwerke und Hinterlassenschaften geblieben wie von ihm. Da Ramses recht alt wurde, hatte er auch entsprechend viele Frauen und MumieNebenfrauen. So konnte er über hundert Töchtern und Söhnen zählen, deren genaue Anzahl jedoch bis heute unbekannt ist.

Ramses IINoch bevor Ramses II. zum Pharao gekrönt wurde, war er für sein Vaterland tätig. In der ersten Regierungszeit widmete er sich hauptsächlich der Sicherung der syrischen Grenze. In seinem 5. Regierungsjahr stellte er eine Armee zusammen, die aus sagenhaften 20 .000 Mann bestand. So zog er gegen die Hethiter in den Krieg, die jedoch nicht minderwertig waren. Beim ersten Angriff wurde die Streitmacht Ramses' regelrecht von den Feinden dahingerafft, das Heer war geschwächt. Am nächsten Tag griffen die Ägypter erneut an, doch das Ergebnis war ein Unentschieden, wobei es dann auch vorerst belassen wurde. Auch in den folgenden Jahren gab es immer wieder Feldzüge gegen die Hethiter, doch weder die eine noch die andere Partei konnte ihre Macht unter Beweis stellen. Im Jahr 1259 v. Chr. wurden die Kriege endlich beigelegt.
Ramses ist nicht nur für die Vielzahl seiner Bauwerke bekannt, die sich über das ganze Land erstrecken, sondern auch für den Gigantismus dieser Monumente. Auf dem Westufer bei Theben ließ er das Ramesseum, einen gigantischen Totentempel erbauen. Bekannter ist jedoch der riesige Tempel bei Abu Simbel. Durch eine wahrhafte Meisterleistung fallen genau zur Tagundnachtgleiche die Strahlen der aufgehenden Sonne in das 60 Meter tief im Berg befindliche Heiligtum und beleuchten so drei der vier dort sitzenden Götterbilder. Der Gott der Unterwelt, Ptah, wird genialerweise nicht angestrahlt.
Ramses II. starb vermutlich im Alter von 92 Jahren. Von seinem Grab im Tal der Könige ist leider nicht viel erhalten geblieben, seine Mumie wurde jedoch unversehrt 1881 im großen Depot von Deir el-Bahari gefunden. Man kann sie heute im Ägyptischen Museum von Kairo bewundern. Es ist eine der besterhaltensten Mumien.

 

       Djoser                                                                                     Djoser

Djoser hatte bei seiner Thronbesteigung mit politischen Krisen zu kämpfen. Trotzdem konnte er sein Herrschaftsgebiet bis Assuan ausdehnen. Djoser regierte rund neunzehn Jahre das Land und machte den Thron frei für Sechemchet.

Heute wird mit dem Namen Djoser etwas ganz bestimmtes assoziiert: die Stufenpyramide in Sakkara. Seine Pyramide gilt als das erste Steinbauwerk der Welt, dessen genialer Baumeister Imhotep hieß. Er war gleichzeitig auch Arzt und Wesir und wurde später in Ägypten als Gott verehrt. Auf den Bau der Stufenpyramide und weitere Details gehe ich auf meiner Seite über die Pyramiden ein

 
                                                                    
Snofru

Snofru heiratete die Tochter Hunis und gilt somit als der Gründer der 4. Dynastie. Über seine 24jährige Herrschaft wird hautsächlich positives berichtet. Expeditionen in den Libanon brachten Zedernholz in das Land, die Handelsbeziehungen zu diesem Staat florierten. Aus bisher ungeklärten Gründen wählte er Dahschur für den Bau seiner Grabstätte aus, wo er gleich zwei Pyramiden für sich erbauen ließ: die Knickpyramide, die Pyramide von Meidum. Er ließ auch die Rote Pyramide bauen.

Cheops

Wie sein Vater hat auch Cheops etwa 24 Jahre das Land regiert. Inschriften berichten von Feldzügen auf die Sinai-Halbinsel. Hier sollten zum einen die Beduinen in Schach gehalten werden, aber auch das dortige Türkisvorkommen fand großen Anreiz. Seine wohl größte Leistung war der Bau seines Grabmals, der Cheopspyramide, die auch Große Pyramide genannt wird. Von einigen Chronisten wird Cheops viel Übles nachgesagt
Cheopsfigur

Chefren

 Unter Chephren, dem Sohn des Cheops, erlebte der Nilstaat eine Blüte. Man geht davon aus, dass Chephren etwa 25 Jahre lang über Ägypten regiert hat, Manetho spricht sogar von 66 Jahren, was aus heutiger Sicht jedoch unwahrscheinlich ist. Viel ist über ihn nicht bekannt, nur seine Pyramide mit dem Großen Sphinx zeugen von seiner Macht. Chephren ist auch unter den Namen Cha-f-re bekannt.
Chephrenfigur


Mykerinos

 Mykerinos wird nachgesagt, dass er milder gewesen sein soll als seine beiden Vorgänger. Die Legende besagt, dass er nur 6 Jahre lang das Land regiert haben soll. Heute geht man jedoch davon aus, daß es 28 Jahre waren. Mykerinos errichtete seine relativ kleine Pyramide neben der seines Vaters Chephren. Er war mit seiner Schwester Chamerernebti II. verheiratet. Im Vergleich zu Cheops und Chephren sind uns von diesem Pharao mehr Statuen erhalten geblieben.

Mentuhotep I

 Mentuhotep I. ist der Begründer des Mitteleren Reiches, denn ihm gelang einige Jahre nach seiner Thronbesteigung die Wiedervereinigung Ägyptens (um 2040 v. Chr.). Der Beginn seiner Amtzeit war jedoch von schweren Kämpfen überschattet. In einer Schlacht verlor er viele seiner Krieger, die er in einem Massengrab bestatten ließ. Eine Rebellion im thinitischen Nomos (Abydos) wendete das Blatt. Mentuhotep siegte in mehreren Schlachten und konnte im 39. Amtsjahr die Wiedervereinigung der beiden Länder feiern. Insgesamt regierte er 50 Jahre und konnte am Ende seiner Amtszeit auf ein friedliches und gestärktes Reich zurückblicken. Sein größtes Projekt war jedoch das Tempelgrab am Westufer bei Theben.
Mentuhotep

Hatschepsut

 Hatschepsut war die Tochter Thutmosis I., des Begründers der 18. Dynastie. Thutmosis I. war ursprünglich nur ein General gewesen, jedoch von seinem Vorgänger Amenophis I. zum Regenten bestimmt worden, da dieser keinen Sohn hatte. In ihren Jugendjahren scheint Hatschepsut eine normale ägyptische Prinzessin gewesen zu sein. Nach dem Tod ihres Vaters wurde ihr Halbbruder Thutmosis II. Pharao, und Hatschepsut seine Große Königliche Gemahlin. Hatschepsut gebar ihrem Halbbruder eine Tochter - Neferure - aber keinen Thronfolger. So wurde nach dem Tod Thutmosis II. sein Sohn Thutmosis III., Kind einer Nebenfrau, der neue offizielle Pharao.

 Als Tutmosis II. starb übernahmHatschepsut zunächst die Regentschaft, da Thutmosis III., der eigentlich Anwärter auf den Thron, noch zu jung war. Nach zwei Jahren ließ sich Hatschepsut jedoch selbst krönen und bestieg als Pharao den Thron. Bei den Krönungsfeierlichkeiten trug sie lediglich den traditionellen Schurz, der Oberkörper blieb frei. Hier verzichtete sie noch auf den traditionellen Bart, holte dies jedoch später nach. Schon bald begann sie mit dem Bau des einzigartigen Totentempels in Deir el -Bahari. In drei Stufen wurde der Tempel in den Fels geschlagen, ausgerichtet nach Osten, parallel zum Amunstempel bei Karnak auf dem anderen Nilufer.

 Hatschepsuts engster Vertrauter hieß Senenmut und half ihr auch beim Bau des Taltempels und der weiteren Prachtwerke. Thutmosis III. blieb während ihrer gesamten Regierungszeit als Mitregent im Hintergrund. Von kriegerischen Unterfangen ist nichts bekannt, jedoch nutze sie ihre Geschicke für Handelsbeziehungen aller Art.

Doch dann setzte ein radikaler Umschwung ein. Plötzlich wird Hatschepsut mit allen offiziellen Titeln eines ägyptischen Pharao bezeichnet und ihr Stiefsohn erscheint nur noch in einer nachgeordneten Rolle (wurde aber nie verleugnet).

Hatschepsut begann sich als einzigen rechtmässigen König Ägyptens darzustellen. Tempel wurden ausgeschmückt, Obelisken errichtet und ein neues Grab im Tal der Könige begonnen. Selbst Amun, der Hauptgott, wurde bemüht - angeblich hatte er in einen Orakel Hatschepsut als Herrscherin Ägyptens bestätigt. Ja, sie wurde sogar mit dem traditionellen Königsbart oder als Mann dargestellt. Eine Expedition in das sagenumwobene Land Punt wurde durchgeführt, ein Ereignis, dass im Totentempel der Königin groß dargestellt wurde.

Ein Mann in der Umgebung Hatschepsuts tritt besonders hervor. Es handelt sich um Senenmut, der aus ärmlichen Verhältnissen stammte und zum ersten Mann im Staat aufstieg. Immer wieder wurde er als "Liebhaber" der Königin verdächtigt. Er errichtete den bekannten Totentempel der Hatschepsut in Deihr-el-Bari und war u.a. Domänen- vorsteher des Amun (ein wichtiger Titel) und Erzieher der Prinzessin Neferure. Erstaunlich ist, dass seine Abbildung im Totentempel selber ungefähr 50mal erscheint, so angebracht, dass sie hinter den geöffneten Tempeltoren verborgen war. Auch sein Grab ließ er in der Nähe des Tempels anlegen. Doch plötzlich verschwand Semnut von der Bildfläche. Hatte dieses Sakrileg ihm das Leben gekostet, war es die Rache einer betrogenen Frau? Wir wissen es nicht, möglicherweise hatte die Königin ihn mit diesen Privilegien belohnt.

Zu ihren Höhepunkten gehört die erfolgreiche Expedition in das sagenumwobene Weihrauchland Punt, das bei Nordsomalia vermutet wird. Fünf Schiffe wurden hierfür eingesetzt. Im Land Punt wurden die Ägypter gastfreundlich aufgenommen und so kehrten sie mit Ebenholz, Elfenbein, Pfeffer und Terebinthenharz, Gold, Leopardenfellen aber auch mit Affen, Geparden und Windhunden beladen zurück.

Bestattet wurde Hatschepsut im Tal der Könige. Der Eingang ihres ersten Grabes liegt 72 Meter über dem Boden in der 91 Meter hohen Felswand eines entlegenen Tals im Westen. Das Grab ist jedoch nie benutzt worden und enthielt lediglich den leeren Sandstein-Sarkophag mit ihrem Namen. Das zweite Grab findet man am Fuß der Klippen im östlichen Kessel des Tals der Könige. Hatschepsut starb um 1483 v. Chr. Ihr Tod ist bis heute rätselhaft. Es wird vermutet, daß Thutmosis III., der eigentlich das Land hätte regieren sollen, nicht ganz unschuldig daran war. Hierfür gibt es jedoch keine Beweise. Fest steht, dass nach ihrem Tod systematisch alle Inschriften und Denkmäler in wildem Hass zerstört wurden um die Erinnerung an diesen einmaligen Pharao zu verwischen.

Sicher ist jedoch, daß irgendwann nach ihren Tod der Versuch unternommen wurde, das Andenken an Hatschepsut auszulöschen. Ihre Obelisken im Karnak-Tempel wurden ummauert, ihre Statuen verstümmelt, die Reliefs in den Tempeln ausgemeißelt. Die Spuren kann man noch heute im Tempel von Deihr-el-Bahri erkennen.
Diese Zerstörungen scheinen jedoch erst relativ spät in der Regierungszeit Thutmosis III. erfolgt zu sein - von brennenden Hass kann man da kaum sprechen.
Vielleicht wollte der Pharao nur die Erinnerung an seine weibliche Vorgängerin auslöschen, um sich besser in eine Linie mit Thutmosis I. zu setzen.
Hatschepsut
  Die Mumie Hatschepsuts ist bis heute nicht gefunden wurden, es spricht jedoch vieles dafür, dass sie von Thutmosis III. ein königliches Begräbnis erhielt und in ihrem Grab im Tal der Könige beigesetzt wurde.

Unter Hatschepsut war Ägypten wieder ein blühendes Land geworden, und unter Thutmosis III. sollte es auch seinen Status als Großmacht wieder einnehmen. Nach kurzer Zeit war die Erinnerung an sie jedoch verloschen und in späteren Königslisten tauchte sie nicht mehr auf.
Die "Wiederentdeckung" Hatschepsuts fand erst im 19. Jahrhundert statt, wobei die Forscher damals noch keine Erklärung für den seltsamen "König" hatten, der mit weiblicher Figur und weiblichen Titeln dargestellt wurde.
Heute pilgern jeden Tag Hunderte Menschen zu ihren Totentempel und ihr Name wird wieder genannt, Hatschepsut wäre sicher zufrieden.

Thutmosis III.

 Nach dem Tode Hatschepsuts konnte Thutmosis III. endlich sein rechtmäßiges Erbe antreten. Im Gegensatz zu seiner Vorgängerin unternahm er mehrere Feldzüge und sorgte für Ruhe bei einigen Regionalfürsten, die ihre Gefolgschaft aufgekündigt hatten. Eine kriegerische Auseinandersetzung findet sich in der Schlacht von Megiddo, wo er seine Feinde das fürchten lehrte. Nach sieben Monaten kapitulierte schließlich die Stadt. Thutmosis III. wird auch "ägyptischer Alexander" oder "Napoleon" genannt, da er eine imperiale Eroberungspolitik betrieb. Insgesamt unternahm er in 16 Jahren 14 weiter Feldzüge in syrisches Gebiet. Den Höhepunkt seiner Eroberung erlebt er mit der Einnahme von Kadesch. Listen in Karnak berichten von insgesamt 350 Städten, die unter seiner Herrschaft fielen. So schuf er ein mächtiges und starkes Reich, dass er seinem Sohn Amenhotep II. vermachen konnte.

Thutmosis III. verstarb gegen 1450 v. Chr. und wurde im Tal der Könige beigesetzt. Auch sein Grab wurde schnell von Grabräubern geplündert. Sein Leichnam ist uns jedoch erhalten geblieben, da er er im Depot der Königsmumien von Deir el -Bahari entdeckt wurde und anhand von Resten der Mumienbinden als Thutmosis identifiziert werden konnte.

Echnaton

 Geboren wurde dieser bekannte Pharao als Amenhotep (Amenophis) IV. Mit ihm begann eine revolutionäre Epoche, die Armana -Zeit, die einmalig in der Geschichte des Alten Ägyptens ist. Echnatons uneingeschränkte Verehrung galt Aton, der Sonnenscheibe . So beschloss er, die gesamte Götterwelt auf den Kopf zu stellen und setzte Aton als alleinigen Gott ein. Zu Ehren dieses Gottes verließ er die damalige Hauptstadt Theben, die Amun geweiht war und baute die Stadt Achet-Aton, heute bekannt als Tell -Armana. Ausgrabungen ergaben jedoch, dass die Bevölkerung die alte Götterordnung vorzog und sich nur nach außen hin dieser Neuerung unterwarf. Heute hat Echnaton den Beinamen "Ketzerkönig", da er sich lieber der Religion und der Anbetung Atons widmete, als sich um die Bedürfnisse seines Landes und des Volkes zu kümmern.

Auch die Kunstauffassung änderte sich mit der Regentschaft Echnatons. Während bisher die Pharaonen immer als strahlende Schönheit dargestellt wurden, fällt der realistische Stil regelrecht aus dem Rahmen und gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Es gibt Vermutungen, dass Echnaton an einer Krankheit litt und seine Skulpturen aus diesem Grund einen anderen Stil haben. Verwunderlich ist, dass die berühmte Büste der Nofretete, Echnatons Gemahlin, bei diesem Kunststil so elegant und feminin ist.

Aus der Ehe mit Nofretete gingen sechs Kinder, alles Mädchen, hervor. Echnaton heiratetete mindestens zwei von Echnatonfigurihnen. Ein Sohn ward ihm jedoch nur mit einer anderen Nebenfrau vergönnt. Dieser Sohn sollte später als Tutenchamun in die Geschichte eingehen. Echnaton starb um 1334 v. Chr., vermutlich in seinem 16. Amtsjahr. Sein großzügiges Grab ließ er in den Felsen bei Achet-Aton schlagen. Bei seiner Entdeckung war es leer, auch die Mumie fehlte. Es gibt einige Hinweise darauf, dass es sich bei einer im Tal der Könige gefundenen Leiche um Echnaton handelt, aber hier ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.
Ungeklärt ist bis heute, in wie weit Echnatons Regentschaft von seiner Frau Nofretete beeinflusst wurde. Unbestritten ist, dass Nofretete ihren Mann in politischen Sachen unterstütze und dass sie eine große Macht besaß. Einige Wissenschaftler wie Reeves gehen sogar soweit, dass sie Nofretete als Mitregentin betrachten und ihr einen Pharaonenstatus einräumen. Abbildungen, in der Nofretete eine sonst dem Pharao vorbehaltene Kopfbedeckung trägt, sollen dies beweisen. Es gibt sogar die These, wonach Nofretete mit Semenchkare, dem späteren Mitregenten und Nachfolger Echnatons, gleichgesetzt wird. Auffallend ist auch, dass die beiden Ehepartner auf einigen Zeichnungen gleich groß dargestellt sind. Ob dies ein weiterer Beweis der Regentschaft Nofretetes ist bleibt unklar, denn Echnaton ließ sich im Gegensatz zu den anderen Pharaonen sehr gerne mit seiner Familie abbilden und ließ als Einziger Darstellungen anfertigen, die ein zärtliches, fast intimes Beisammensein mit seiner Frau zeigen. Der Tod Nofretetes ist bis heute ungeklärt, ihr Name taucht aus unbekannten Gründen plötzlich nicht mehr in der Geschichte auf.

Tutenchamun

 Dieser eigentlich ehr unbedeutende Pharao gelangte durch die Entdeckung seines fast unberührten Grabes im Jahre 1922 durch Howard Carter zu verspätetem Weltruhm. Er regierte Ägypten in der späten 18. Dynastie. Nicht lange nach Echnatons Tod wurde Tutenchamun gekrönt - im zarten Alter von 9 Jahren. Er führte wieder die alte Religion ein, wobei fraglich ist, ob dies nicht das Werk seiner Berater war. Uns sind nur wenige Ereignisse aus seinem Leben überliefert. So vermutete man, dass es einen Feldzug gegen Nubien und die Syrier in Palästina gab. Tutenchamun starb bereits mit ca. 18 Jahren. Es gibt Spekulationen darüber, dass er ermordet wurde, wofür laut Autopsie ein Schlag auf den Kopf spricht. Sicher ist aber nicht, ob dies tatsächlich die Todesursache war, denn er kann genausogut von einem Kampfwagen gestürzt sein und sich diese Verletzung zugezogen haben.

Bis sein Grab jedoch entdeckt und Tutenchamun zum bekanntesten aller Pharaonen wurde, dauerte es noch Jahrtausende. Howard Carter war sich sicher, dass der Leichnam dieses Pharaos noch im Tal der Könige ruhen musste. In Lord Carnavon fand er einen Finanzierer und Helfer, der dieses Projekt ermöglichte. Nach vielen Jahren entdeckte man endlich am 4. November 1922 eine bis dahin unbekannte Treppenstufe. Das Grab des jungen Pharaos war entdeckt. Es dauerte Jahre, bis alle Grabbeigaben gelistet und wegtransportiert waren. Die ganze Pracht des Grabes ist im Ägyptischen Museum in Kairo zu bewundern.

Die Öffnung des Grabes brachte auch einen Mythos mit sich: den Fluch des Pharaos. Angeblich soll eine Tafel gefunden worden sein, auf der steht "Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des toten Pharaos stört". Gesehen hat diese Tafel allerdings niemand. Tatsächlich gibt es einige mysteriöse Tode zu beklagen, die im Zusammenhang mit der Entdeckung des Grabes stehen. Unter anderem starb auch Lord Carnavon nach einem Insektenstich. Man geht heute davon aus, dass sich im Lauf der Jahrtausende giftigen Pilzen (Aspergillus flavus) gebildet haben, deren Sporen sich über die Zeit ausbreitet haben, so dass deren Konzentration in dem Grab sehr hoch war. Da Anfang dieses Jahrhunderts noch nicht wie heute großartige Sicherheitsvorkehrungen wie Mundschutz, Handschuhe oder ähnliches getragen wurde, ist es gut möglich, dass sich Personen mit einem geschwächten Imunsystem hier "infiziert" haben; Lord Carnavon z. B. war lungenkrank. Trotz dieser Erklärung wird es wohl auch weiterhin die Legende vom Fluch des Pharaos geben.

 

 

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